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Dr. Wolf, Beckelmann und Partner
CT Abdomen
Beckenringfraktur

Anamnese
Die 71 Jahre alte Patientin kommt wegen anhaltender Schmerzen im linken Hüftbereich zur CT des Beckens. Die Patientin ist vor 4 Wochen auf die linke Hüfte gestürzt. Die CT zeigt eine vordere Beckenringfraktur links.
Anatomie
Das Becken besteht aus den beiden Hüftbeinen (Ossa coxae) und dem Kreuzbein (Os sacrum).
Das Os coxae gliedert sich in folgende Abschnitte:
→ Os Ilium ( Darmbein)
→ Os ischii (Sitzbein)
→ Os pubis (Schambein)
 
Innerhalb des Beckens gibt es keine knöchernen Verbindungen, die Kräfte werden über Synchondrosen weitergeleitet. (z. B. Symphyse und Iliosacralgelenk). Der Hauptkraftfluss geht von der Wirbelsäule auf die Kreuzdarmbeingelenke und dann auf die beiden Pfannendächer. Der Diskus der Symphyse hat die Funktion eines bandscheibenartigen Druckkissens.
Abbildung 1:
Das knöcherne Becken
Das knöcherne Becken
Einteilung der Beckenringfraktur
Vordere Beckenringfraktur (Fraktur des Os ischii und Os pubis)
Hintere Beckenringfraktur (Fraktur des Os ilium)
 
Funktionelle Einteilung
→ Typ 1: Stabile Beckenringfraktur (Beispiel: isolierte einseitige, oder beidseitige nicht verschobene vordere Beckenringfraktur)
→ Typ 2: Verletzung des Beckenrings mit einer Instabilität in Rotation des Beckens, aber nicht unbedingt in der vertikalen Ebene
    (Beispiel: verschobene doppelseitige vordere Beckenringfraktur mit oder ohne Symphysensprengung, oder einseitig vordere
    Beckenringfraktur mit Symphysensprengung)
→ Typ 3 Verletzungen des Beckenrings mit Instabilität in Rotation des Beckens und vertikaler Richtung
    (Beispiel: hintere Beckenringfraktur mit Symphysensprengung, oder vordere Beckenringfraktur mit ISG- Sprengung)
 
Beckenfrakturen sind fast immer die Folge massiver Gewalteinwirkung.
Symptome
Schmerzen, das Bein der betroffenen Seite kann nicht bewegt werden
Komplikationen
→ Verletzungen der Niere und der ableitenden Harnwege
→ Retroperitoneale Blutungen
→ Leber- oder Milzverletzungen
→ Darmverletzungen
→ Nervenschäden (meist N. ischiadicus und Plexus lumbosacralis)
Diagnostik
Röntgenaufnahmen des Beckens, oder eine CT des Beckens sichern die Diagnose.
Abbildung 2:
Verschiedene radiologische Aufnahmetechniken des Beckens
Aufnahmetechniken des Beckens
Therapiemöglichkeiten
Stabile Frakturen werden konservativ behandelt, mit ggf. 1-2 Tagen Bettruhe, Analgetika, Antiphlogistika und Kühlung, danach schmerzorientierte Vollbelastung. Die operative Behandlung richtet sich nach der Art und Schwere der Fraktur.
Untersuchungsprotokoll
1. Patientenvorbereitung
Aufklärung durch den Untersucher. Metallteile aus dem Untersuchungsbereich entfernen. Atemkommando mit dem Patienten vor der Untersuchung üben.
2. Lagerung
Symmetrische Rückenlage. Kopf in Boccolokissen oder Bodyschale. Arme kopfwärts gestreckt.
3. Untersuchungsbereich
Schichtanfang: Beckenkamm
Schichtende: unterhalb des Sitzbeins
4. Kontrastmittel
nein
5. Gerätetyp
Multislice-CT
6. Nachverarbeitung/Rekonstruktion
3D- Rekonstruktion
Scanparameter
Phase 1 2 3 4 5
Scan-Art Topo ap Top lat Spirale Rohdaten- Rekonstruktion Rohdaten- Rekonstruktion
Slice (mm) 2 2 1/1,25 5 2
Tablespeed (mm)     4-10    
Time (s)     0,5    
Increment (mm)     1/1,25 5 2
kV 120 120 120    
mA 100 100 200-300    
Kernel Std Std UHR Std UHR
Post- Processing     MPR, 3D Weichteile Dokumentation Knochen Dokumentation
Abbildung 3:
Ansicht der Fraktur von ventral
Ansicht der Fraktur von ventral

Abbildung 4:
Ansicht der Fraktur von dorsal
Ansicht der Fraktur von dorsal

Abbildung 5:
Ansicht der Fraktur von lateral
Ansicht der Fraktur von lateral
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