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Dr. Wolf, Beckelmann und Partner
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Bedeutung und Stärken der CT

Bei der CT handelt es sich um ein digitales Schnittbildverfahren, das unter Verwendung von Röntgenstrahlung und Nachbearbeitung mit Hilfe leistungsfähiger Computer die überlagerungsfreie Darstellung aller Körperregionen in Querschnitten erlaubt. In den Anfängen der CT benötigte der Untersucher für die Erstellung einer einzigen Schichtbildaufnahme fünf Minuten und länger. Die Leistungsfähigkeit neuerer Computersysteme ermöglicht heute Aufnahmezeiten von unter einer Sekunde pro Einzelschicht. Die heute hauptsächlich verwendeten Systeme sind die Spiral- und die Mehrschicht-Spiral-CT.
 
Die CT konnte sich in Konkurrenz oder als Ergänzung zu anderen bildgebenden Verfahren in der täglichen Routine durchsetzen. Der Vorteil des Verfahrens liegt in der Einfachheit und Kürze der Anwendung. Die CT ist schnell, für den Patienten komfortabel und bietet eine hohe diagnostische Sicherheit. Mit der Spiral- und Mehrschicht-Spiral-CT sind viele Untersuchungen in wenigen Sekunden durchführbar.
 
Die Kontrastgebung in der CT beruht auf den unterschiedlichen Schwächungswerten der Gewebe. Diese Werte sind fest definiert und hängen nur in geringem Umfang von den Untersuchungsparametern ab. Unterschiedliche Kontrastbetonungen wie in der MRT sind bei der CT nicht möglich.
 
Die CT wird in allen Körperabschnitten routinemäßig eingesetzt, aber auch Spezialanwendungen sind möglich und gewinnen an Bedeutung. Einige Beispiele für derartige Untersuchungen seien an dieser Stelle aufgeführt.
 
Eine häufige Spezialuntersuchung ist die CT-Angiografie (CTA). Mit Hilfe eines → KontrastmittelbolusKontrastmittel (KM), Röntgenkontrastmittel (RKM)
RKM sind Substanzen, die in hohem Maße Röntgenstrahlen abschwächen. Sie dienen zur Darstellung von Organstrukturen, die sonst im Röntgenbild nicht sichtbar wären. Sie werden oral, rektal, intravenös oder intraarteriell appliziert. Sie bestehen aus Bariumsulfat BaSO4 (nur oral oder rektal) oder jodhaltigen organischen Verbindungen auf Basis des Benzols. RKM, die i.v. oder i.a. appliziert werden, gehören zur letzteren Gruppe. RKM werden in großer Menge und in hoher Konzentration verwendet. In einer 100ml Flasche eines gebräuchlichen RKM mit 300mg J/ml sind über 60g KM-Substanz enthalten. Daher werden große Anforderungen an Toxizität und Wasserlöslichkeit gestellt.
, der mittels Injektomat in eine periphere Vene injiziert wird, kann in einem Zeitraum von 30 bis 40 Sekunden nach Injektion eine Gefäßkontrastierung erreicht und das interessierende Areal durch die Spiral-CT erfasst werden. Die genaue zeitliche Abstimmung zwischen Injektion und Beginn des Scans ist bei dieser Methode sehr wichtig, um eine gute Kontrastierung der ausgewählten Gefäße zu erreichen.
 
Eine für die Diagnosesicherung wichtige Methode ist die dynamische CT. Diese Technik ermöglicht die Beurteilung der → KontrastmittelkinetikKontrastmittel (KM), Röntgenkontrastmittel (RKM)
RKM sind Substanzen, die in hohem Maße Röntgenstrahlen abschwächen. Sie dienen zur Darstellung von Organstrukturen, die sonst im Röntgenbild nicht sichtbar wären. Sie werden oral, rektal, intravenös oder intraarteriell appliziert. Sie bestehen aus Bariumsulfat BaSO4 (nur oral oder rektal) oder jodhaltigen organischen Verbindungen auf Basis des Benzols. RKM, die i.v. oder i.a. appliziert werden, gehören zur letzteren Gruppe. RKM werden in großer Menge und in hoher Konzentration verwendet. In einer 100ml Flasche eines gebräuchlichen RKM mit 300mg J/ml sind über 60g KM-Substanz enthalten. Daher werden große Anforderungen an Toxizität und Wasserlöslichkeit gestellt.
in einzelnen Geweben. Sie ermöglicht aber auch Perfusionsstudien im Gehirn oder Myokard. Dabei ist vor allem eine hohe zeitliche Auflösung von Bedeutung, um den Fluss des intravenös verabreichten Kontrastmittelbolus verfolgen zu können. Die Messung der Hirnperfusion ist bei Patienten mit akuten ischämischen Infarkten zur frühen Differenzialdiagnose wichtig. Bilder und Berechnungen des zerebralen Blutflusses (CBF), des zerebralen Blutvolumens (CBV) und der Time-to-Peak ermöglichen Aussagen über Art und Ausmaß zerebraler Perfusionsstörungen. Aussagen zur gestörten Diffusion erlaubt nach wie vor nur die Magnetresonanztomografie.
 
CT-gesteuerte oder CT-kontrollierte Interventionen sind weitere Spezialanwendungen. Dazu zählen Punktionen zur Entnahme von Gewebe (Biopsien), Drainagenanlagen, die Schmerztherapie (z.B. die periradikuläre Therapie – PRT) und zahlreiche andere therapeutische Eingriffe. Auch hier sind kurze Scan- und Rekonstruktionszeiten wichtig. Der Einsatz der Mehrschicht-Spiral-CT bei Interventionen erlaubt die Kontrolle des Zielvolumens sowie der korrekten Positionierung der Nadelspitze.
 
Ein weiteres nicht routinemäßiges Einsatzgebiet ist die quantitative CT. Hierzu zählen u.a. Knochendichtemessung, Lungendichtemessung und Messung des Kalkgehaltes in den Koronararterien. Die quantitative Knochendichtemessung dient der Bestimmung des Mineralsalzgehaltes der Kortikalis und Spongiosa und erfolgt typischerweise durch transversale Einzelschnitte in Höhe der Lendenwirbelsäule (z. B. LWK 1/2/3). Dieses Verfahren wird vor allem bei fraglicher Osteopenie und Osteoporose (Verminderung der Knochenmasse und Knochenstabilität) durchgeführt. Sie ermöglicht die Beurteilung der Frakturgefahr und des Therapieerfolges bei Verlaufskontrollen.
 
Die Messung der Lungendichte ist besonders bei Verdacht auf Lungenerkrankungen wie Emphysem, Asbestose, Silikose indiziert. Mit Hilfe neuartiger Software lassen sich verschiedene Berechnungen, wie Segmentierung, Fläche und Volumen der Lunge sowie die Darstellung der Dichteverteilung in Histogrammen durchführen.
 
Die neue Gerätegeneration der MS-CT ermöglicht durch den Einsatz neuer Techniken wie prospektive EKG-Triggerung und retrospektives EKG-Gating, Verkalkungen in den Herzkranzgefäßen darzustellen und zu quantifizieren. Eine Diagnose der koronaren Herzerkrankung (KHK) war lange nur mit Hilfe der Elektronenstrahl-CT (Electron Beam Tomography oder EBT) möglich oder stellte eine Indikation für die invasive Herzkatheteruntersuchung dar. Die Koronarkalkbestimmung – auch Calciumscoring genannt – ist ein wichtiger Fakto bei der frühzeitigen Diagnose der koronaren Arteriosklerose (Arterienverkalkung, die besonders die innere Schicht der Arterienwände betrifft. Fortschreitende Fettablagerungen führen zur Verdickung, Verengung, Verhärtung und zum Elastizitätsverlust der Arterie). Mit einer Zunahme des Koronarkalkes steigt auch das Risiko von kardialen Ereignissen. Die Messung des Kalkgehaltes in den Koronararterien mittels CT kann somit u. a. der Frühdiagnostik bei gefährdeten Patienten oder der Beurteilung des Verlaufs einer medikamentösen Therapie dienen.
Moderner Computertomograf
Abb. 15 Moderner Computertomograf, Bildquelle: Siemens AG
Ein wichtiges Spezialanwendungsgebiet der CT ist die Bildgebung des Herzens. Neben der morphologischen Darstellung von Ventrikel, Vorhöfen und Gefäßen ist ähnlich wie in der MRT die Beurteilung der Funktion von besonderem Interesse. Parameter wie z. B. das enddiastolische Volumen, das endsystolische Volumen, das Schlagvolumen und die Auswurffraktion sind hier von Bedeutung.
 
Obwohl die Computertomografie bereits einen hohen Qualitätsstandard erreicht hat, bestehen weitere Optimierungsmöglichkeiten, zum Beispiel im Bereich der Dosisminimierung und der Erhöhung der Detektoreffizienz. Außerdem gibt es spezielle Probleme wie die Artefaktbildung, die durch Metallimplantate hervorgerufen wird. Diese Artefakte stören u.a. bei der computergestützten Chirurgie.
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