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Dr. Wolf, Beckelmann und Partner
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Dosis bei CT-Untersuchungen

Da die Computertomografie zur Bilderzeugung Röntgenstrahlen verwendet, darf der Aspekt der Strahlenbelastung nicht außer Acht gelassen werden. Mit der Einführung der neuen Gerätetechnologie wurde dem Problem der Strahlenbelastung Rechnung getragen. Neue dosisreduzierte Untersuchungsprotokolle (Low-Dose-CT oder Niedrig-Dosis-CT) wurden entwickelt.
 
Wichtige Dosiskenngrößen in der CT sind der CT-Dosis-index (CTDI) und das Dosislängenprodukt (DLP). Alle Dosisgrößen werden dazu benutzt, die Energiedosen an bestimmten Orten quantitativ zu erfassen. Für jedes CT-Gerät wird zur Charakterisierung seines Dosisverhaltens der CTDI (→ mGyGy
Gy für Gray. Internationale Standardeinheit der Energiedosis.
1 Gy = 1J · kg-1 = 1Ws · kg-1
) vom Hersteller angegeben. Mit Hilfe dieses CTDI kann eine Abschätzung der Dosisbelastung erfolgen.
 
Der CTDI ist definiert als die mittlere Dosisbelastung in einem Bereich, normiert auf die Schichtdicke über eine Integrationslänge von 14 Schichtdicken. Er wird mittels Ionisationskammern (frei in Luft - CTDIair bzw. im Zentrum und in der Peripherie eines zylindrischen Phantoms mit unterschiedlicher Wichtung der Messpunkte CTDIw oder gewichteter CT-Dosisindex) gemessen. Der CTDIw pro mAs wird als nCTDIw bezeichnet. Aus diesem gerätespezifischen nCTDIw und den Unter-suchungsparametern lässt sich das Dosislängenprodukt (Gy x cm) als Ausdruck der Gesamtdosis einer CT-Untersuchung berechnen.
Einfluss verschiedener Parameter auf die Dosis
Tab. 2: Einfluss verschiedener Parameter auf die Dosis
Möglichkeiten zur Reduktion der Strahlenexposition
Die nachfolgend aufgeführten Möglichkeiten bieten sich an, um die Strahlenexposition bei guter Bildqualität während einer CT-Untersuchung möglichst gering zu halten.
 
Indikationsstellung
Dosis und Bildqualität sind eng miteinander verknüpft. Es gilt also, mit der minimalen Dosis gleichzeitig die geforderte Bildqualität zur Diagnosesicherung zu gewährleisten. Man kann daher die Fragestellung in Abhängigkeit von der Dosis in drei Kategorien einteilen:
 
Kategorie I: Hohe Dosis
Strahlenrisiko aus diagnostischer Indikation unvermeidbar Bei dieser Kategorie ist eine hohe Bildqualität entscheidend für die Therapie. Die diagnostischen Anforderungen sind hohe räumliche Auflösung und gute Kontrastauflösung sowie eventuell mehrere Scanphasen. (Beispiele für diese Kategorie siehe Kasten).
 
Kategorie II: Mäßige Dosis
Strahlenrisiko minimieren
Bei dieser Kategorie ist eine gute Bildqualität wichtig für die Therapiekonsequenz. Das Strahlenrisiko sollte minimiert werden. Zur Diagnosesicherung ist eine hohe Auflösung nur für Knochen/Lunge gefordert, ansonsten reicht Standard-Auflösung (angepasst an Frage- stellung) und ein guter Kontrast bei gleichzeitiger Dosiseinsparung (Beispiele für diese Kategorie siehe Kasten).
 
Kategorie III: Geringe Dosis
Strahlenrisiko deutlich minimieren
Hier sollte besonders auf die Reduktion des Strahlenrisikos geachtet werden. Dieses gilt vor allem bei Kindern und Jugendlichen. Dabei ist eine hohe Auflösung nur für Knochen/Lunge diagnostisch wichtig, es darf je nach Fragestellung diskontinuierlich geschichtet werden, eine reduzierte Bildqualität zu Gunsten einer Minimierung der Dosis ist erlaubt. Es sollte eine gute Orts- und Kontrastauflösung angestrebt werden, allerdings bei geringer Absorption (Beispiele siehe Kasten).
Beispielfragestellungen für die Einteilung in dosisabhängige Kategorien
 
Kategorie I: Hohe Dosis

→ V.a. Pankreaskarzinom = Tumorerkrankung
    Zur Darstellung werden dünne Schichten und ein hoher Kontrast benötigt.
→ CT-Angiografie der Mesenterialgefäße = Vitale Indikation
    Zur Darstellung wird eine hohe Auflösung und eine biphasige Untersuchung benötigt.
 
Kategorie II: Mäßige Dosis
→ Akutes Abdomen
→ Trauma
→ Gefäßerkrankungen
→ Verlaufskontrollen bei Tumorerkrankungen
 
Kategorie III: Geringe Dosis
→ NNH: Sinusitis
→ Urolithiasis
→ Geringer Verdacht auf Lungenembolie
→ Verlaufskontrollen (je nach Fragestellung)
→ Screenings

 
Reduktion der bestrahlten Region
Die Patientendosis ist direkt proportional zur Größe des zu untersuchenden Bereiches. Daher sollte neben der Indikation vor allem geprüft werden, ob das bestrahlte Volumen reduziert werden kann.
 
Maßnahmen zur Reduktion des bestrahlten Volumens sind z.B.:
→ Kompression (z. B. durch Bauchgurt)
→ Kurze Scanbereiche
→ Weniger Scandurchgänge
→ Bei Untersuchungen mit mehrphasigen Scans eventuell Low-dose Scan für eine der Phasen
→ Möglichst keine überlappenden Scans. (Bei Spiral-CT entfällt dieser Punkt, da bei dieser Generation überlappende Scans
    ohne zusätzliche Exposition erstellt werden.)
→ Wiederholungsscans aufgrund von Patientenbewegung oder Atembewegung möglichst vermeiden.
    (Dieser Punkt entfällt bei Spiral-Technik fast vollständig.)
 
Reduktion der Strahlung
Eine Reduktion der Dosis lässt sich auch durch die Anpassung der entsprechenden Scanparameter erreichen.
 
Maßnahmen zur Reduktion der Strahlung sind:
→ Anpassung der mAs-Werte an Patientendurchmesser, Organregion und vor allem bei Kindern (weniger mAs und glättende Rekonstruktion)
→ Geeignete Wahl der Bildrekonstruktionsparameter (Rauschunterdrückung)
→ Dosisautomatik
→ Bei Spiral-CT: Pitchfaktor > 1 wählen (Berechnung überlappender Bilder statt Aufnahme überlappender Einzelscans)
→ Bei MS-Spiral-CT: Einsatz der z-Filterung
 
Praktische Maßnahmen
Durch den Einsatz von Bleiabdeckungen lässt sich die Dosis je nach Untersuchungsregion in geringem Maße reduzieren:
 
→ CT der Kopfregion
    Durch eine Bleiabdeckung kann ein großer Anteil der Streustrahlung, die zur Exposition
    der Schilddrüse, der Brust und der Lunge führt, abgeschirmt werden.
 
→ CT des Abdomens
    Das Tragen einer Hodenkapsel ist eine sehr wirksame Methode zum Schutz der Hoden.
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