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Dr. Wolf, Beckelmann und Partner
CT Abdomen
Gallenblasenkarzinom
 
(hier Zustand nach Cholezystektomie)

Anamnese
Die 64 Jahre alte Patientin kommt wegen Oberbauchbeschwerden zur CT des Abdomens. Die Fragestellung lautet: Lebermetastasen?
Vor 3 Jahren wurde eine Cholezystektomie (operative Entfernung der Gallenblase) wegen eines Gallenblasenkarzinoms vorgenommen. Die CT zeigt ausgedehnte Lebermetastasen und eine Erweiterung der intra- und extrahepatischen Gallenwege.
Definiton
Bei Karzinomen der Gallenblase handelt es sich meistens um Adeno-karzinome, seltener sind Plattenepithelkarzinome. Das Gallenblasenkarzinom ist der häufigste Tumor des bilären Systems und betrifft vor allem Frauen ab dem 60. Lebensjahr bei gleichzeitig vorhandenen Gallensteinen.
Anatomie
Die Gallenblase liegt intraperetoneal und ist an der Unterseite der Leber angeheftet. Sie ist 8-12 cm lang und 4- 5 cm breit, fasst 30 –35 ml Flüssigkeit und hat die Form eines birnenförmigen Sacks. Man unterscheidet den Hals (Collum), den Körper (Corpus) und den Gallen-blasengrund (Fundus).
Aus dem rechten und linken Leberlappen führt je ein Gallengang (Ductus hepaticus dexter und sinister), diese vereinigen sich in unmittelbarer Nähe der Leberpforte zum Ductus hepaticus communis, welcher sich in den Ductus cysticus ( führt zur Gallenblase) und den Ductus choledochus verzweigt. Der Ductus choledochus mündet gemeinsam mit dem Ductus pankreaticus auf der Papilla vateri in das Duodenum.
Abbildung 1:
Anatomie der Gallenblase
Anatomie der Gallenblase
Ursachen
→ Cholezystolithiasis (Gallenblasenstein)
→ Chronische Cholezystitis
→ Porzellangallenblase (Wandverkalkung) gilt als Präkanzerose
Symptome
Der Tumor bleibt häufig lange Zeit stumm.
→ Schmerzen im rechten Oberbauch
→ Ikterus
→ Gewichtsabnahme
→ Evtl. tastbarer Tumor
Diagnostik
→ Sonographie
→ Computertomographie
 
In der CT stellen sich Gallenblasenkarzinome als isodense oder inhomogene Wandverdickungen dar. Nach KM-Gabe kommt es meist zu einer inhomogenen verzögerten KM-Aufnahme.
Therapie
→ Cholezystektomie
→ Endoskopische oder perkutane Einlage von Gallengangsendoprothesen
Untersuchungsprotokoll
1. Patientenvorbereitung
orale KM-Gabe eine Stunde vor Untersuchungsbeginn, Aufklärung durch den Untersucher, Patient alle Metallteile entfernen lassen. Atemkommando mit dem Patient vor der Untersuchung üben. Großvolumigen Zugang legen, an KM-Injektor anschließen.
2. Lagerung
Symmetrische Rückenlage, Kopf in Boccolokissen, Arme kopfwärts strecken. Gonadenschutz anlegen.
3. Untersuchungsbereich
Schichtbeginn: Zwerchfellkuppe
Schichtende: Symphyse
4. Kontrastmittel
Art und Menge: 100 ml nichtionisches RKM
Konzentration: 300 mg/ml
5. Gerätetyp
Multislice-CT
6. Nachverarbeitung/Rekonstruktion
keine
Scanparameter
Phase 1 2 3 KM-Gabe 4
Scan-Art Topo ap Topo lat Spirale nativ 100ml Flow: 1,5 ml/s Spirale venös
Slice (mm) 2 2 6   6
Tablespeed (mm)     20-30   20-30
Time (s)     0,5   0,5
Increment (mm)     6   6
kV 120 120 120   120
mA 10/100 10/100 120   120
Kernel Std Std Std   Std
Abbildungen 2 und 3:
Die Aufnahmen zeigen erweiterte intra- und extrahepatische Gallenwege und ausgedehnte Lebermetastasen
erweiterte intra- und extrahepatische Gallenwege und ausgedehnte Lebermetastasen erweiterte intra- und extrahepatische Gallenwege und ausgedehnte Lebermetastasen

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