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Dr. Wolf, Beckelmann und Partner
CT Kopf
Glioblastom

Anamnese
Der 37 Jahre alte Patient mit einem bekannten Glioblastom kommt nach einer Strahlen- und Chemotherapie zu einer Schädel- CT, um die Tumorgröße zu kontrollieren.
Definition
Das Glioblastom ist ein hirneigener Tumor der von den Stützzellen (Gliazelllen) des Gehirns hervorgeht. Am häufigsten tritt das Glioblastom in den Großhirnhälften auf, seltener in den Basalganglien und dem Spinalkanal. Das Glioblastom ist der häufigste bösartige hirneigene Tumor. Über 20% aller primär im Hirn wachsenden Tumoren sind Glioblastome. Der Tumor tritt am häufigsten bei Erwachsenen mittleren Alters auf. Männer sind häufiger betroffen als Frauen.
 
Tumoren die von den Stützzellen des Gehirns ausgehen nennt man Gliome. Gliome umfassen unterschiedlich gut- und bösartige Tumoren, zu denen auch die Astrozytome und Oligodendrogliome zählen. Astrozyten bilden die Mehrheit der Gliazellen. Es sind stern- bzw. spinnenförmig verzweigte Zellen, deren Fortsätze Grenzmembranen zur Gehirnoberfläche und zu den Blutgefäßen bilden.
Abbildung 1:
Aufbau eines Astrozyten (Gliazelle)
Aufbau eines Astrozyten
WHO-Klassifikation der Gliome entsprechend des Gewebetyps
Grad Gliom
Grad I WHO pilozytisches Astrozytom
Grad II WHO differenziertes Astrozytom/Oligodendrogliom
Grad III WHO Anaplastisches Astrozytom/Oligodendrogliom
Grad IV WHO Glioblastom
Ursachen und Risikofaktoren, die zu einem Glioblastom führen sind weitgehend unbekannt.
Symptome
Die Symptome richten sich nach der Lokalisation des Tumors im Gehirn oder im Rückenmark. Wegen des raschen Wachstums entwickeln sich die Beschwerden rasch innerhalb weniger Wochen bis Monate.
 
→ Kopfschmerzen
→ Übelkeit
→ Erbrechen
→ Schwindel
→ Somnolenz
→ Stauungspapille
→ Lähmungen
→ Sehstörungen
→ Krampfanfälle
→ Wesensveränderung
Diagnostik
Neben der neurologischen Untersuchung spielen die Schnittbildverfahren (CT und MRT) eine entscheidende Rolle in der Diagnostik des Glioblastoms.
Glioblastome zeichnen sich in der CT und MRT durch ein Nebeneinander von Nekrose, Blutung und Ödem aus. In den vitalen Anteilen des Tumors findet sich ein deutliches KM- Enhancement, wodurch der Tumor oft erst abgegrenzt werden kann. Typisch sind girlanden - und ringförmige KM-Aufnahme. Glioblastome sind in der CT und im MRT nicht sicher von einem Gliom Grad III WHO zu unterscheiden.
Therapie
→ Behandlung des Hirnödems
→ Operation mit möglichst vollständiger Resektion des Tumors
→ Strahlentherapie adjuvant nach Operation, oder bei inoperablem Tumor
→ Chemotherapie
Untersuchungsprotokoll
1. Patientenvorbereitung
Aufklärung durch Untersucher. Patient alle Metallgegenstände entfernen lassen, intravenösen Zugang legen und an Injektor anschließen.
2. Lagerung
Rückenlage, Kopf in Kopfschale lagern, Arme seitlich am Körper, Kinnspitze zur Brust ziehen. Gonadenschutz anlegen.
3. Untersuchungsbereich
Schädelbasis: Foramen magnum bis Felsenbeinoberrand
Cerebrum: Felsenbeinoberrand bis Schädelkalotte
4. Kontrastmittel
Art und Menge: Xenetic 300® 100ml
Flowrate: 1,0 ml/s
Konzentration: 200 mg/ml
5. Anmerkung
Keine
Scanparameter
Phase 1 2 3 KM-Gabe 100 ml
Flow: 1.0 ml/s
4 5
Scan-Art Top lat. Axial/ Sequenz nativ Axial/ Sequenz nativ   Axial/ Sequenz post KM Axial/ Sequenz post KM
Slice (mm) 2 4/5 8   4/5 8
Tablespeed (mm)   4/10 16   4/10 16
Time (s)   1 1   1 1
kV 120 120 120   120 120
mA 10/100 260 260   260 260
Kernel Std Std Std   Std Std
KM Delay (s)         120-180 120-180
Abbildungen 2 - 7:
Die Aufnahmen zeigen ein 4cm großes Glioblastom mit Mittellinienverlagerung nach links. Vergrößerung der Vorderhörner durch Verschluss des Foramen Monroi.
Glioblastom
Glioblastom

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