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Dr. Wolf, Beckelmann und Partner
CT Kopf
Ischämischer Hirninfark

Anamnese
Der 77 Jahre alte Patient kommt wegen akuter Sehstörungen mit Doppelbildern zur CT des Schädels. Die Schnittbilder zeigen einen ausgedehnten tempero- occipitalen Hirninfarkt.
Definition
Durchblutungsstörung des Gehirns, die meist apoplektisch (schlagartig) auftreten und zu zentralen neurologischen Ausfällen führen.
Ursachen
→ Arteriosklerose und arterielle Thrombose
→ Arterielle Embolie, Emboliequelle ist das linke Herz (z.B. Vorhofflimmern) oder ein Abriss von ulcerierenden Plaques innerhalb
   der A. carotis
→ Intrazerebrale Blutungen, Subarachnoidalblutungen
→ Andere Ursachen: angeborene Herzfehler
Risikofaktoren
→ Hypertonie
→ Höheres Lebensalter
→ Koronare Herzkrankheit
→ Pille
→ Starker Alkoholkonsum
→ Familiäre Insultanamnese
Stadien Verlausform Symptome
Stadium 1 asymptomatische Stenose Keine neurologischen Ausfälle
Stadium 2 TIA
transistorische ischämische Attacke
Reversible neurologische Ausfälle, Rückbildung innerhalb von Minuten bis zu 24 Stunden
Stadium 3 PRIND
Prologiertes reversibles ischämiches neurologisches Defizit
Reversible neurologische Ausfälle, bilden sich innerhalb von > 24 Stunden bis zu 7 Tagen zurück
Stadium 4 Complete Stroke Defektheilung mit bleibendem neurologischen Defizit
Abbildung 1:
Verlauf der Hirnarterien (schematisch)
Verlauf der Hirnarterien
Symptomatik in Abhängigkeit von der Lokalisation des Gefäßverschlusses
1. Verschluss intrakranieller Hirnarterien (meist A. cerebri media und ihre Äste)
→ Brachiofazial-betonte Hemiparese (Bein wird kreisförmig doziert, Arm ist angewinkelt, Hand hängt herab, Fazialisparese,
    Aphasie und verwaschene Sprache, wenn die dominante Hirnhälfte betroffen ist)
→ Erst schlaffe, später spastische Lähmungen
→ Schluckstörungen
→ Pathologisches Lachen und Weinen
→ Eventuell Kopf- und Blickwendung zur Seite des Infarkts
2. Verschluss extrakranieller Hirngefäße (meist A. carotis interna)
→ Evtl. Symptomlos, wenn guter Kollateralkreislauf vorhanden ist
→ Einseitige Amaurosis fugax (kurzzeitige, reversible Erblindung)
→ Sonst ähnlich Symptomatik wie bei Verschluss der A. cerebri media
3. Verschluss vom vertebralis-basilaris Typ
→ Drehschwindel
→ Nystagmus
→ Erbrechen
→ Sehstörungen
→ Paresen
→ Sturzattacke
Diagnostik
→ CCT
→ MRT
Therapie
→ Lysetherapie
→ Revaskularisierungstherapie
→ Antikoagulationstherapie
→ Rehabilitationsmaßnahmen
Untersuchungsprotokoll
1. Patientenvorbereitung
Aufklärung durch den Untersucher, alle Metallgegenstände und Fremdgegenstände entfernen lassen. Großvolumigen Zugang legen und an Injektomaten anschließen.
2. Lagerung
Bequeme Rückenlage, Kopf in Kopfschale. Arme seitlich am Körper entlang. Kinn etwas zur Brust ziehen. Gonadenschutz anlegen.
3. Untersuchungsbereich
Foramen magnum bis Felsenbeinoberkante, für die Schädelbasis
Felsenbeinoberkante bis Kalottendach für Cerebrum
4. Kontrastmittel
Art und Menge: 100ml nichtionisches RKM
Flowrate: 1,0 ml/s
Konzentration: 300 mg J/ml
5. Gerätetyp
Multislice- CT
5. Nachverarbeitung/Rekonstruktion
keine
Scanparameter
Phase 1 2 3 KM-Gabe 4 5
Scan-Art Top lat. Nativ Axial/Sequenz Nativ Axial/Sequenz 100 ml Flow: 1.0 ml/s Post KM Axial/Sequenz Post KM Axial/Sequenz
Slice (mm) 2 4/5 8   4/5 8
Tablespeed (mm)   4/10 16   4/10 16
Time (s)   1 1   1 1
Increment (mm)   1 1   1 1
kV 120 120 120   120 120
mA 10/100 260 260   260 260
Kernel Std Std Std   Std Std
KM Delay (s)         120-180 120-180
Post-Processing            
Abbildungen 2 - 5:
Die Pfeile zeigen auf die Pathologie
die Pfeile zeigen auf die Pathologie die Pfeile zeigen auf die Pathologie
die Pfeile zeigen auf die Pathologie die Pfeile zeigen auf die Pathologie

Dieser Fall wurde uns freundlicherweise zur Verfügung gestellt von:
Gemeinschaftspraxis Drs. Zückmantel, Freesmeyer, Dipl.- Med Haase, 99310 Amstadt

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