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Dr. Wolf, Beckelmann und Partner
CT Gelenke
Proximale Humerusfraktur

Anamnese
Die 79 Jahre alte Patientin wird nach einem Sturz auf die linke Schulter zum Röntgen überwiesen. Die CT der linken Schulter zeigt eine Trümmerfraktur im Bereich des Tuberculum majus.
Anatomie
Das Schultergelenk wird gebildet von der Scapula und vom proximalen Abschnitt des Humerus. Die Gelenkpfanne (Cavitas glenoidalis) ist relativ flach und klein und kann den Oberarmkopf (Caput humeri) nicht ganz aufnehmen. Damit das Gelenk stabil bleibt, ist es von einer festen Kapsel aus Sehen, Bändern und Muskeln umschlossen.
Der Oberarmkopf (Caput humeri) weist folgende anatomische Strukturen auf:
 
→ Collum anatomicum
→ Tuberculum majus
→ Tuberculum minus
→ Collum chirurgicum
 
Daran schließt sich der Humerusschaft an.
Abbildung 1:
Anatomie des Schultergelenkes
Anatomie des Schultergelenkes
Ursachen
→ Zunehmende Sturzgefahr im Alter
→ Osteoporose
→ Schultersturz auf harte Unterlage
→ Kollisionsverletzungen
Symptome
→ Schmerzen und schmerzhafte Bewegungseinschränkung
→ Druckschmerz und Schwellung im Schulterbereich
→ Eventuell Hämatombildung
→ Schonhaltung
→ Sichere Frakturzeichen wie Fehlstellung und Crepitatio
Klassifikation der Oberarmfrakture
Zur Einteilung der schultergelenknahen Frakturen gibt es verschiedenen Klassifikationen. Die Klassifikationen nach Neer basiert auf der Unterteilung des schultergelenknahen Oberarms in 4 Hauptfragmente.
 
1. Kalotte
2. Tuberculum minus
3. Schaft
4. Tuberculum majus
Abbildung 2:
Klassifikation nach Neer
Klassifikation nach Neer
 
Allgemein verschlechtert sich die Prognose mit der Zunahme der freien Bruchenden und bei Trümmerfrakturen des Humeruskopfes, der s.g. Kalotte.
Diagnostik
Als Standarduntersuchung gilt eine Röntgenaufnahme in 2 Ebenen. Weiterführende Untersuchungen sind CT und evt. MRT
Therapie
Bei nicht dislozierten (nicht verschobenen) Frakturen kann die Therapie meist konservativ erfolgen. Der Oberarm wird kurzfristig für ca. 5 bis 7 Tage in einem Gilchrist - oder Desault-Verband ruhig gestellt. Danach beginnt die Behandlung mit Pendelbewegungen des Arms. Nach 3 bis 6 Wochen sollte die Schulterfunktion wieder hergestellt sein.
 
Die operative Therapie wird notwendig:
 
→ Wenn das distale Fragment um mehr als 1cm verschoben ist und/oder der Kopf um mehr als 45 ° abgekippt ist
→ Wenn die Fehlstellung nicht durch eine Reposition zu beheben ist
→ Bei Abrissfraktur des Tuberculum majus
→ Bei Mehrfragmentfrakturen
 
Es stehen verschiedene Operationsmethoden zur Auswahl, vorrangig sollte ein Verfahren gewählt werden, das ein geringes Ausmaß an Weichteilschädigung macht und die frühestmögliche Bewegungstherapie zu lässt.
Untersuchungsprotokoll
1. Patientenvorbereitung
Aufklärung durch den Untersucher. Metallteile aus dem Untersuchungsbereich entfernen. Prozedere erklären.
2. Lagerung
Symmetrische Rückenlage, Kopf in Boccolokissen oder Bodyschale legen. Arme dicht am Körper entlang
3. Untersuchungsbereich
Untersuchungsrichtung ist cranio- caudal
Untersuchungsbereich: AC-Gelenk bis Tuberculum minus
4. Kontrastmittel
Nein
Scanparameter
Phase 1 2 3 4
         
Scan-Art Top ap Top lat Spirale Rohdaten-Rekonstruktion
Slice in mm 2 2 1,25/2 1-1,25
Tabelspeed in mm     4-10  
Time in s     4-10  
Increment     1,25/2 1-1,25
kV 120 120 140  
mA 10/100 10/100 200-250  
Kernel Std Std Std Uhr
Postprocessing     3D VRT, MPR koronar + sagittal
Abbildung 3 - 5:
Die Pfeile zeigen auf die Trümmerfraktur des Tuberculum majus
Trümmerfraktur des Tuberculum majus  Trümmerfraktur des Tuberculum majus
Trümmerfraktur des Tuberculum majus
(Durch Anklicken der Bilder werden diese in Originalgröße angezeigt)
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