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Dr. Wolf, Beckelmann und Partner
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Kontrastmittel- Gabe (KM- Gabe)

Wahl des geeigneten -› Kontrastmittels
Bei in der Dichte schwer abzugrenzenden Gewebearten und Organstrukturen (z. B. Magen-Darm-Trakt) sollte vorab oral oder rektal ein der Fragestellung entsprechendes RKM (Bariumsulfat oder Gastrografin®) gegeben werden. Intravenöse RKM können ebenfalls in Abhängigkeit von der Fragestellung zum Einsatz kommen.
 
Laborwerte und Allergien
Für eine KM-Gabe müssen bestehende Allergien (auf Medikamente, aber auch allgemeine Allergien wie z. B. Heuschnupfen) sowie vorangegangene KM-Untersuchungen abgefragt werden.
 
Wichtige Laborwerte für die Anwendung jodhaltiger KM sind (siehe auch Kasten):
 
Aktuelles Kreatinin im Serum
Patienten mit eingeschränkter Nierenfunktion (Kreatinin im Serum > 1,2 mg/100 ml) benötigen eventuell eine spezielle Vorbereitung zum Nierenschutz (Volumengabe und medikamentös).
 
Patienten mit Nierenversagen, terminaler Niereninsuffizienz oder Dialyse-Patienten sollten einen Termin zur anschließenden Dialyse nach einer KM-CT vereinbaren.
 
Schilddrüsenhormone (TSH, T4)
Patienten mit bekannter Schilddrüsenüberfunktion und/ oder SD-Autonomie benötigen eine spezielle Vorbereitung. Dabei wird die Schilddrüsenfunktion vor der Untersuchung blockiert bzw. supprimiert durch die Gabe von z. B. Irenat®-Tropfen. Diese werden dem Patienten einen Tag vor bis einschließlich eine Woche nach einer KM-Gabe verabreicht. Die Menge ist gewichtsabhängig und kann in der roten Liste® nachgelesen werden. Um herauszufinden, ob ein Patient unter einer SD-Überfunktion und/oder einer SD-Autonomie leidet, sollte mindestens der Laborwert für das SD-Hormon TSH (Thyroidea Stimulierendes Hormon) vorliegen, aber auch die Bestimmung des freien SD-Hormons T4 (Tetrajodthyronin, kurz Thyroxin) ist sinnvoll.
Referenzbereich für Kreatinin im Serum
 
→ Frauen: 0,5 - 0,9 mg/dl
→ Männer: 0,5 - 1,1mg/dl
→ eingeschränkte Nierenfunktion: >1,2 mg/dl
 
Referenzbereich für TSH basal
→ Euthyreose: 0,1 - 3,5 mU/l
 
Referenzbereich für freies T4
→ 10,4 – 26 pmol/l (0,8 - 2 ng/dl)
 
Referenzbereich für freies T3
→ 3,8 – 9,2 pmol/l (2,5 - 6 pg/ml)
 
Die Normalwerte variieren mit untersuchendem Labor und der angegebenen Einheit. Daher ist auf den Laborbefunden in der Regel immer der Normalwert in Klammern mit angegeben.

 
Behandlungsbedürftiger Diabetes mellitus
Bestimmte orale Antidiabetika (Biguanid-Derivate) stellen eine Kontraindikation für eine Gabe von jodhaltigem Kontrastmittel dar. Zu diesen metforminhaltigen Präparaten zählen beispielsweise Glucophage®, Metformin®, Diabesin®, Siofor®. Diese Präparate müssen zwei Tage vor, während und bis zwei Tage nach einer KM-Gabe abgesetzt werden. Eine vollständige Liste der metforminhaltigen Medikamente kann der roten Liste® entnommen werden.
 
Zur Beachtung:
→ Bei Patienten, die regelmäßig bestimmte orale Antidiabetika (z. B. Duraglucon®) einnehmen, kann die gleichzeitige Gabe von
    Kortikoiden oder H2-Rezeptor-Antagonisten sowohl eine Abschwächung als auch eine Verstärkung der blutzuckersenkenden
    Wirkung verursachen. Genaue Informationen finden sich im Beipackzettel oder in der roten Liste®.
 
→ Bei Patienten mit einem ZVK (zentraler Venenkatheter) darf die automatische Spritze nicht über den 3-Wege-Hahn
    angeschlossen werden, sondern direkt oder an einen neu gelegten peripheren venösen Zugang.
    Flussgeschwindigkeit etwas reduzieren und nach KM-Gabe Katheter gründlich mit heparinisierter Kochsalzlösung spülen.
 
→ Bei Verwendung eines KM-Injektors auf Entlüftung des Schlauchsystems achten.
 
→ Bei CT-gesteuerten Punktionen, Biopsien o. ä. müssen auch die Gerinnungsparameter (TPZ, PTT, Thrombozyten)
    des Patienten vorliegen.
 
→ Stillende Mütter sollten bereits vor der Untersuchung einen Vorrat an Muttermilch abpumpen und die Milch über einen Zeitraum
    von mindestens 24h nach der Untersuchung verwerfen.
 
 
Bolustracking (smart prep, Care Bolus)
Der zeitlich genau abgestimmte Beginn der Kontrastmittelinjektion und Beginn des Scans sowie die passende Flowrate sind kritische Parameter der Volumenabtastung.
 
Das Bolustracking, bei dem die individuelle Kreislaufzeit des Patienten berechnet wird, hilft, Scanning und KM-Applikation zeitlich aufeinander abzustimmen:
Schritt 1: Bestimmung der Scanebene für die Monitoringscans (= Scannen auf der Stelle, ohne Tischvorschub in ca. Herzhöhe)
Schritt 2: Bestimmung des Startzeitpunktes für die Monitoringscans (z. B. ca. 10 Sek nach KM-Start)
Schritt 3: Bestimmung der Geschwindigkeit der Monitoringscans (z. B. alle 2 Sek ein Scan)
Schritt 4: Einzeichnung der ROI in ein entsprechendes Gefäß oder Organ
Schritt 5: Schwellenwert für Scan-Phase festlegen: z. B. 50 HE KM-Applikation und Monitoring werden gleichzeitig gestartet.
Schritt 6: KM-Applikation und Monitoring werden gleichzeitig gestartet.
Schritt 7: Die Spirale startet automatisch, wenn das KM-Enhancement innerhalb der ROI den zuvor eingestellten Schwellwert erreicht.
Peakbestimmung ohne automatisches Bolustracking
Schritt 1: Bestimmung der Scanebene für die Monitoringscans (Scannen auf der Stelle ohne Tischvorschub in ca. Herzhöhe).
Schritt 2: Applikation von ca. 20 ml jodhaltigem Kontrastmittel und mindestens 20ml 0,9% Kochsalzlösung mittels Injektomat. (Es sollte bei der Testbolusgabe das gleiche Volumen bei gleicher Geschwindigkeitseinstellung wie bei dem nachfolgenden Scan gegeben werden.)
Schritt 3: Mit dem Start des Testbolus erfolgt der gleichzeitige Start der Monitoringscans in definierten Zeitabständen (z. B. 10s, 13s, 16s, 19s, ..., insgesamt 20 Scans).
Schritt 4: Laden der dynamischen Serie und Einzeichnung der ROI (Region of Interest) in die Aorta descendens bzw. ein entsprechendes arterielles Gefäß.
Schritt 5: Der Dichteverlauf wird in einer Grafik dargestellt, deren Scheitelpunkt den Zeitpunkt der maximalen Kontrastierung wiedergibt.
Schritt 6: Aus diesen Daten lässt sich nun die Startverzögerung (delay) für den Scanstart berechnen.
Flow und KM-Mengen
Entscheidend für eine gute Kontrastgebung bei Verwendung einer automatischen Spritze (Injektor) sind die untersuchungsabhängige RKM-Menge und die eingestellte Flussrate (Flowrate).
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