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Dr. Wolf, Beckelmann und Partner
CT Kopf
Subduralhämatom

Anamnese
Der 55 Jahre alte Patient ist im Urlaub auf den Kopf gestürzt. Zwei Wochen nach seinem Urlaub klagt er über Benommenheit, Schwindel und Parästhesien in Armen und Beinen. Die durchgeführte CT zeigt ein Subduralhämatom.
Definition
Ein Subduralhämatom ist eine venöse Sickerblutung aus Brückenvenen zwischen Dura (harte Hirnhaut) und Archnoidea (Spinnwebenhaut).
Abbildung 1:
Anatomie der Hirnhäute
Anatomie der Hirnhäute
Symptome
Akutes Subduralhämatom
→ Bewusstseinstörungen bis Bewusstlosigkeit
→ Symptome der Hirndrucksteigerung
Ursache ist meist ein schweres Schädelhirntrauma (SHT). In 30-50% der Fälle liegt zusätzlich eine Schädelfraktur vor.
 
Chronisches Subduralhämatom
→ Kopfschmerzen
→ Schwindel
→ Psychische Veränderungen
→ Motorische Halbseitensymptomatik
 
Ursache ist oft ein Bagatelltrauma, das Wochen zurückliegt (z.B. beim Aussteigen aus dem Auto mit dem Kopf an der Tür gestoßen).
 
Risikogruppen
→ Alte (Männer bevorzugt)
→ Alkoholiker
→ Epileptiker
→ Koagulopathien
 
Sowohl das akute, als auch das Subduralhämatom sind bevorzugt frontotemopral und parietal lokalisiert.
Diagnostik
Verfahren der Wahl zur Diagnose ist die CT. In der CT stellt sich das akute Subduralhämatom als hyperdense, sichelförmige Raumforderung dar. Das chronische Subduralhämatom zeigt ein inhomogenes Bild mit hyper-, iso- und hypodensen Dichtewerten. Durch KM-Gabe können chronische Hämatome anhand einer KM-Anreicherung der Kapsel dargestellt werden, die sich sonst nur isodens zeigen würden.
Therapie
Akutes Subduralhämatom
Das akute Subduralhämatom ist ein absoluter Notfall, es muss daher so schnell wie möglich eine Kraniotomie mit Eröffnung der Dura mater erfolgen, um das Gehirn zu entlasten und eine Hirndrucksteigerung zu vermeiden.
 
Chronisches Subduralhämatom
Das chronische Subduralhämatom muss ebenfalls häufig operiert werden, jedoch hat es ein flexibleres Zeitfenster. Es erfolgt eine Kraniotomie durch Bohrung mit anschließender Eröffnung und Absaugung des Hämatoms und für einige Tage die Einlage einer Drainage.
 
Hämatome die keine Beschwerden verursachen, bedürfen keiner Therapie.
Untersuchungsprotokoll
1. Patientenvorbereitung
Aufklärung durch den Untersucher. Metallteile aus dem Untersuchungsbereich entfernen.
2. Lagerung
Symmetrische Rückenlage. Kopf in Kopfschale. Arme am Körper entlang. Kinnspitze zur Brust ziehen. Head first. Gonadenschutz anlegen.
3. Untersuchungsbereich
Foramen magnum bis Schädelkalotte
4. Kontrastmittel
nein
5. Gerätetyp
Einzeilen-CT
Scanparameter
Phase 1 2 3 4
Scan-Art Topo lat. Referenz-Scan Axial/Sequenz Axial/Sequenz
Slice (mm) 2 5 5 8
Tablespeed (mm)     5 8
Time (s) 1 1 1 1
kV 120 140 140 140
mA 100 300 300 250
Kernel Std Std Std Std
Post-Processing   zentrieren Uhr-Kernel Uhr-Kernel
Abbildungen 2 - 5:
Darstellung des chronischen Subduralhämatoms links
Die Pfeile zeigen auf die Pathologie
die Pfeile zeigen auf die Pathologie die Pfeile zeigen auf die Pathologie die Pfeile zeigen auf die Pathologie
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