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Dr. Wolf, Beckelmann und Partner
MRT Kopf
Akustikusneurinom

Anamnese
Der 38 jährige Patient kommt wegen eines Tinnitus rechts und Gleichgewichtstörungen zur MRT des Kopfes (Kleinhirnbrückenwinkel und Innenohr). Es stellt sich ein Akustikusneurinom im rechten inneren Gehörgang dar.
Definition
Neurinome sind von den Schwann- Zellen der Hirnnerven oder von peripheren Nerven ausgehende Tumore. Sie wachsen in der Regel sehr langsam, aber expansiv verdrängend. Die häufigste Lokalisation des Tumors ist der VIII. Hirnnerv (N. vestibulo-cochlearis) vom Meatus acusticus internus (innerer Gehörgang) bis zum Kleinhirnbrückenwinkel wachsend.
Abbildung 1:
Anatomie des Ohrs
Anatomie des Ohrs
Klinik
→ Einseitige Abnahme des Hörvermögens
→ Tinnitus (Ohrgeräusche)
→ Schwindel (Dreh- oder Schwankschwindel)
→ Nystagmus (Zittern des Augapfels)
→ Eventuell Trigeminusneuralgie
Diagnostik
→ Audiometrie zur Quantifizierung der Hörminderung
→ Hinrstammaudiometrie zum Nachweis einer Schädigung des N. vestibulo-cochlearis
→ Computertomographie
→ Magnetresonanztomographie (Methode der Wahl)
 
Neurinome zeigen ein intensives KM- Enhancement. Mit der MRT können auch kleine Neurinome die innerhalb des inneren Gehörgangs liegen als KM anreichernde Knoten dargestellt werden.
Therapie
Bei älteren Patienten wächst der Tumor langsam, wenn keine oder nur minimale Beschwerden vorliegen, kontrolliert man das Tumorwachstum mit einer MRT im Abstand von 6 Monaten und entscheidet sich fürs Abwarten. Erst bei einer eindeutigen Größenzunahme des Tumors oder neu aufgetretenen Symptomen ist eine Operation notwendig.
Ist der Patient jünger oder leidet der Patient unter Beschwerden, entscheidet man sich für eine Operation. Die Art der Operation richtet sich nach Lage und Größe des Tumors.
Sehr kleine Akustikusneurionme können durch eine einmalige gezielte, hochdosierte Strahlentherapie behandelt werden.
Untersuchungsprotokoll
1. Patientenvorbereitung
Aufklärung durch Untersucher, alle metallhaltigen Gegenstände entfernen. Schmuck ablegen lassen. Patienten vor der Untersuchung zur Toilette schicken. Intravenösen Zugang legen und an Injektomaten oder Spritze anschließen.
2. Lagerung
Bequeme Rückenlage, Knie unterpolstern. Gehörschutz anbieten. Arme am Körper entlang. Kopf in Kopfspule, Spulenmitte über Nasenwurzel. Notfallknopf in die Hand geben.
3. Spule
Kopfspule
4. Kontrastmittel
Art und Menge: 15 ml Gadolinium
Flowrate: per Hand
5. Messprotokoll (B0 = 3T)
kurz: T2_tse_axial, T1_3D_tra(nativ/KM), T2_3D_CISS_tra, FLAIR_cor_fs
Messprotokoll
Sequenzart Wichtung/Orientierung T2_tse_tra T1_3D_tra T2_3D_CISS_tra FLAIR_cor_fs
TR (ms) 5000 1700 5.33 9000
TE/TI (ms) 100 3.5/900 2.42 130/2500
Flipwinkel (Grad) 90 9 50 150
Bandbreite (Hz/Px) 191 130 501 201
Schichtanzahl 23 208 48 29
Schichtdicke (mm) 5 0,75 0,6 5
Schichtabstand (%) 30 0 13 20
FOV (mm) 230 160 160 230
Matrix (Zeilen x Spalten) 512 x 499 320 x 384 256 x 224 256 x 221
NSA 2 1 1 1
Phasenkodierrichtung R/L R/L R/L R/L
Vorsättigung - - - -
Abbildung 2 - 4: Akustikusneurinom: Die Pfeile zeigen auf die Pathologie
Akustikusneurinom Akustikusneurinom Akustikusneurinom
Dieser Fall wurde uns freundlicherweise zur Verfügung gestellt von:
Radiologische Praxis im Heidekreis- Klinikum, 29614 Soltau
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