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Dr. Wolf, Beckelmann und Partner
MRT Abdomen
Angiomyolipom

Anamnese
Bei der 40 Jahre alten Patientin ist bei einer Routinesonographie des Abdomens eine echodichte Raumforderung der linken Niere festgestellt worden. Zur Abklärung des Befundes wurde eine MRT des Abdomes durchgeführt, die ein Angiomyolipom der linken Niere ergab.
Anatomie
Die Nieren liegen in der Lendengegend beiderseits der Wirbelsäule hinter der Bauchhöhle. Die rechte Niere liegt unterhalb der Leber und ist deshalb etwas kleiner. Außerdem ist die rechte Niere aus diesem Grunde etwas tiefer gelegen als die linke. Die linke Niere liegt unterhalb der Milz. Der obere Nierenpol kann die 11. Rippe erreichen, der untere Nierenpol soll nicht unter den Beckenkamm absinken. Eine gesunde Niere wiegt 120g bis 200g und ist 12 cm lang, 6 cm breit und 3 cm dick. Sie hat die Form einer Bohne. An der typischen konkaven Eindellung befindet sich der Nierenhilus, wo die Arterien und autonomen Geflechte eintreten. Hier befindet sich auch der Bereich des Übergangs des Nierenbeckens in den Harnleiter sowie der Austritt der Nierenvenen, der Lymphgefäße und der Nerven. Als Nierenbucht bezeichnet man die Grube, welche Nierenbecken, Gefäße und Nerven sowie Bindegewebe und Fettgewebe enthält. Die Nieren sind allseitig von einer Fettkapsel umgeben, welche einen bindegewebigen Sack ausfüllt, der gegen die Mittellinie des Körpers hin geöffnet ist. Wird dieses Baufett eingeschmolzen, so wird die Niere abnorm beweglich.
 
Die Gliederung der Niere erfolgt in Mark und Rinde. Das Nierenmark enthält die geraden Anteile der Harnkanälchen und die Sammelrohre. Es wird von etwa 14 Nierenpyramiden gebildet, in welchen die Sammelrohre und Henle´schen Schleifen liegen. Die Spitze jeder Pyramide bildet eine Nierenpapille, welche die feinen Öffnungen der Sammelrohre aufweist. Die breite Grundfläche der Pyramide ist gegen die Rinde gerichtet und läuft in Form von Markstrahlen gegen die Rinde aus. Die dunkle Rinde bildet eine äußere Schicht und senkt sich zwischen die Pyramiden in Form der Nierensäulen ein. Die Nierenrinde jeder Niere enthält ungefähr eine Million Nierenkörperchen (Glomeruli) und die gewundenen Abschnitte der Harnkanälchen (Tubuli). Diese Funktionseinheit wird Nephron genannt.
 
Durch die beiden Nierenarterien wird den Nieren ungefähr 1/3 der Gesamtblutmenge im großen Kreislauf zugeführt. Die Nierenarterie teilt sich in die interlobären Arterien, aus welchen die Radiärarterien hervorgehen, welche ihrerseits die zuführenden Arteriolen der Glomeruli abgeben. Das Kapillarnetz eines Nierenkörperchens wird von einer zuführenden Arteriole gespeist. Eine wegführende Arteriole von kleinerem Durchmesser leitet das Blut wieder aus dem Glomerulus heraus. Hernach geht es in das Kapillarnetz über, welches die Harnkanälchen umspinnt und sammelt sich in Venen. Die Nierenvenen münden in die untere Hohlvene.
Abbildung 1:
Längsschnitt durch die Niere
Längsschnitt durch die Niere
Definition
Ein Angiomyolipom ist ein seltener gutartiger Tumor der Niere mit hohem Fettanteil. Angiomyolipome treten meist bei Frauen zwischen 40 und 60 Jahren auf. In 80% der Fälle handelt es sich um asymptomatische Angiomyolipome. Das Angiomyolipom geht von den perivaskulären Epitheloidzellen aus, deren Wachstum wahrscheinlich hormonabhängig gesteuert ist. Angiomyolipome metastasieren nicht, können aber in das die Niere umgebende Fettgewebe, das Nierenbecken und die Nierenvenen einwachsen (ca. 30%)
Symptome
→ Meist keine
→ Eventuell Flankenschmerzen
→ Eventuell Hämaturie
→ Angeborene Schwäche der Arterienwand
Komplikation
→ Ruptur des Angiomyolipoms und Blutung ins Retroperitoneum
Diagnose
→ In der Sonografie echoreiche Raumforderung durch den hohen Fettgehalt.
→ In der CT hypodense Dichtewerte unter 10HE
→ In der MRT Nachweis eines hohen Fettgehaltes
Therapie
→ Konservative Therapie mit jährlichen bildgebenden Kontrollen bei kleinen Tumoren und geringer Symptomatik
→ Nierenteilresektion bei Tumoren >4 cm und starker Symptomatik
→ Die selektive Embolisierung stellt eine mögliche minimal-invasive Therapiemöglichkeit dar
Untersuchungsprotokoll
1. Patientenvorbereitung
Aufklärung durch den Untersucher, alle metallhaltigen Kleidungsstücke im Untersuchungsbereich entfernen. Patienten vor der Untersuchung zur Toilette schicken.
2. Spule
Boddy-array oder flexible Body-Spule
3. Lagerung
Bequeme Rückenlage, evtl. Knie unterpolstern. Intravenösen Zugang legen. Spulenmitte ca. 2 QF unter Xiphoid. Ohrstöpsel anbieten, Notfallklingel in die Hand geben.
4. Kontrastmittel
Art und Menge: 16 ml Magnevist
Flowrate: per Hand
5. Messprotokoll bei B0 = 3T
kurz: T2_fs_cor, T1_fl2d_cor -/+KM, T2_haste_tra, T1_fl2d_fs+KM
Messprotokoll (B0 = 3T)
Sequenzart Wichtung/Orientierung T2_fs_cor T1_fl2d_cor T2_haste_tra T1_fs_tra
TR (ms) 2000 100 2000 130
TE (ms) 74 2,46 96 2,52
Flipwinkel (Grad) 150 65 150 65
Bandbreite (Hz/Px) 781 270 781 270
Schichtanzahl 30 20 30 30
Schichtdicke (mm) 4 4 4 4
Schichtabstand (%) 15 20 10 10
FOV (mm) 430 400 380 380
Matrix (Zeilen x Spalten) 320/Phase 80% 320/Phase 80% 320/Phase 80% 320/Phase 80%
NSA 1 1 1 1
Phasenkodierrichtung F/H R/L A/P A/P
Vorsättigung - - - -
Die Abbildungen 2 - 4:
Die Pfeile zeigen auf die Pathologie
die Pfeile zeigen auf die Pathologie
die Pfeile zeigen auf die Pathologie
die Pfeile zeigen auf die Pathologie

 
Dieser Fall wurde uns freundlicherweise zur Verfügung gestellt von
MSM Dr. med. H.-J. Thiel, 73102 Birkenbach

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