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Dr. Wolf, Beckelmann und Partner
MRT Kopf
DVA (Developmental venous anomaly)

Anamnese
Der 52 jährige Patient kommt wegen einer Facialisparese rechts zur MRT. Die vorher durchgeführte CCT zeigte eine unklare Läsion rechts fronto-parietal. Die MRT zeigt eine DVA parietal rechts. Eine Ischämie oder ein Tumor können ausgeschlossen werden.
Anatomie
Venöse Entsorgung des Gehirns erfolgt über folgende Venen:
→ Vv. superficiales cerebri
   → Vv. superiores cerebri → Brückenvenen → Sinus sagittalis superior
   → Vv. inferiores cerebri → frontal: V. media superficialis cerebri, temporooccipital: Sinus transversus
   → V. media superficialis cerebri → Sinus cavernosus, Sinus sphenoparietalis, Bulbus superior venae jugularis,
      Sinus petrosus superior
 
→ Vv. profundae cerebri → V. basalis und V. interna cerebri → V. magna cerebri (GALENI) -> Sinus rectus
 
Das venöse Blut verlässt den Schädel hauptsächlich über die Vena jugularis interna, die das Blut aus den Sinus durae matres sammelt und durch das Foramen jugulare nach außen zieht.
Abbildung 1:
Venöse Blutleiter des Gehirns
Venöse Blutleiter des Gehirns
Definition
Venöse Malformationen (engl. DVA, developmental venous anomaly) sind angeborene Läsionen die zumeist asymptomatisch sind. Histologisch zeichnen sich venöse Malformationen durch dysplastische (fehlentwickelte) Venen mit variablen Verbindungen zu physiologischen Venen aus. Es treten erweiterte vaskuläre Hohlräume aus, die sich in Form und Größe unterscheiden und ein abweichendes Lumen zeigen. Die häufigste Lokalisation der venösen Malformation ist der Kopf-Halsbereich
Klinik
→ meist asymptomatisch
→ sehr selten Ursache einer intrazerebralen Blutung
Diagnostik
→ Angiographie ( es zeigen sich zahlreiche stern- oder fächerförmig angeordnete Markvenen)
→ CCT mit RKM ( Dichteanhebung der Sammelvenen)
→ MRT
Untersuchungsprotokoll
1. Patientenvorbereitung
Aufklärung durch den Untersucher, alle metallhaltigen Gegenstände aus dem Untersuchungsbereich entfernen lassen. Schmuck ablegen. Patienten vor der Untersuchung zur Toilette schicken.
2. Spule
Kopfspule
3. Lagerung
Bequeme Rückenlage, Knie unterpolstern, Arme am Körper entlang. Spulenmitte über Nasenwurzel. Gehörschutz. Intravenösen Zugang legen. Notfallknopf in die Hand geben.
4. Kontrastmittel
Art und Menge: 15 ml Dotarem ( 0,5 mmol/ml) per Hand
5. Messprotokoll
kurz: T2 TSE tra, T1 FFE tra, Flair tra, T2 TSE sag+, T1 FFE tra +, T1 FFE sag
Messprotokoll
Sequenzart Wichtung/Orientierung T2 tra T1 tra T2 tra T2 sag T1 tra T1 sag
Sequenzbezeichnung TSE FFE FLAIR TSE FFE FFE
TR (ms) shortes shortes 6000 shortes 150 shortes
TE (ms) 120   90 90 52  
Flipwinkel (Grad) 90 80   90 60 80
Turbofaktor 21          
Schichtanzahl 25 25 25 25 25 25
Schichtdicke (mm) 5 5 5 5 5 5
Schichtabstand (%) 1 1 1 1 1 1
FOV (mm) 230 230 230 230 230 260
Matrix 256 256 256 256 256 256
NSA 1 1 1 1    

Bilddokumentation
DVA (Developmental venous anomaly) DVA (Developmental venous anomaly)
DVA (Developmental venous anomaly) DVA (Developmental venous anomaly)
DVA (Developmental venous anomaly) DVA (Developmental venous anomaly)

 
Dieser Fall wurde uns freundlicherweise zur Verfügung gestellt von:
Gemeinschaftspraxis radiologie-ennepe-ruhr, 58256 Ennepetal

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