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Dr. Wolf, Beckelmann und Partner
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Indikationen zur MRT

Die Magnetresonanztomografie hat in der bildgebenden Diagnostik einen festen Stellenwert. Durch die Anwendung von Radiowellen geeigneter Frequenz in Kombination mit einem externen Magnetfeld ist es schon länger möglich, Querschnittbilder des menschlichen Körpers anzufertigen. Der Patient erleidet dabei keinerlei Strahlenbelastung, allerdings kann sich der Körper während der Untersuchungszeit etwas erwärmen.
 
Durch verschiedene Relaxationszeiten von Geweben ist es möglich, einen hohen Weichteilkontrast abzubilden. Daraus ergibt sich ein breites Spektrum an Indikationen zur MRT, das durch die schnelle technische Entwicklung stetig ansteigt.
 
Typische Indikationen zur Magnetresonanztomografie sind Pathologien in folgenden Bereichen:
 
→ Kopf/Hals - Region
→ Neurocranium
→ Spinalkanal/Wirbelsäule
→ muskoskeletales System
→ Kardio - MRT (Herz)
→ MRT der Brust (Mammae)
→ Gefäßdarstellung
 
Auch im abdominellen Bereich weitet sich das Spektrum an Indikationen aus. Schnelle Pulssequenzen ermöglichen Breath - hold - Sequenzen, durch diese neuartigen Sequenzen steht eine genaue Abbildung des gesamten Abdomens zur Verfügung. Auf diese Art ist es möglich, durch eine entsprechende Vorbereitung des Patienten den gesamten Dünndarm (MR - Sellink) und dessen Umgebung genau zu untersuchen. In Kombination mit einer Atemtriggerung können ebenfalls Aufnahmen der Galle und Gallengänge angefertigt werden.
 
 
Das Gehirn
 
Die häufigste Untersuchung in der Magnetresonanztomografie ist die Abbildung des Neurocraniums. Hier können therapieentscheidende Fragen im Hinblick auf neurovaskuläre Erkrankungen, wie ischämische Insulte mittels EPI - Sequenzen (DWI, PWI) beantwortet werden. Gefäßveränderungen - oder Anomalien können ohne Kontrastmittel mittels TOF/PC - MRA dargestellt werden. Im Hinblick auf das zentrale Nervensystem lassen sich hier mit hoher Sensitivität und Spezifität toxische Schäden (chron. C2 - Abusus, Kohlenmonoxid) sichtbar machen.
Da mittels CT der Nachweis einer Epilepsie nicht ausreichend beantwortet werden kann, ist das Schichten des Temporallappens im MRT obligat.
 
Darüber hinaus nimmt die zerebral MRT bei entzündlichen Läsionen, wie z.B Multiple Sklerose eine wichtige Rolle. Mit ihrer Hilfe ist eine Überwachung der Entzündungsaktivität möglich. Die Gabe eines Kontrastmittels ist hier notwendig.
 
Zum Mittel der Wahl gilt die MRT bei Pathologien der Sellaregion, da hier störende Aufhärtungsartefakte (CT) keine Rolle spielen. Infektionen (Toxoplasmose) oder die Früherkennung des zerebralen Befalles bei einem Bronchialkarzinom gehören ebenfalls zum Indikationsspektrum.
 
Fragen zu Stoffwechselerkrankungen bzw. Metabolismus von zerebralen raumfordernden Läsionen werden häufig mit Hilfe der Spektroskopie beantwortet. Zur genauen Einordnung funktionswichtiger Hirnareale lassen sich durch ein funktionelles MRT präoperativ wichtige Anhaltspunkte für den Neurochirurgen liefern.
 
 
Spinalkanal/Wirbelsäule
 
Eine weitere Standarduntersuchung ist die Tomographie der Wirbelsäule sowie des Spinalkanals. Durch den hohen Weichteilkontrast lassen sich kontrastreich intraspinale Strukturen differenzieren. Somit gelingt es zweifelsfrei Läsionen des Rückenmarks- wie Syringomyelie oder Tethered -cord sichtbar zu machen. Zu weiteren typischen Indikationen zählen entzündliche oder vaskuläre Rückenmarksaffektionen. Neben Gefäßmalformationen(AVM, Kavernom) lassen sich durch eine MRT intra- und extramedulläre Raumforderungen leicht abgrenzen. Infiltrationen umgebender Weichteile und der Rückenmarkshäute lassen sich lokalisieren.
 
Weitere typische Indikationen sind - unter anderem aus Gründen der Strahlenhygiene - die Abklärung von Bandscheibenvorfällen, neoplastisch und entzündlichen, sowie komplizierten traumatischen Veränderungen der Wirbelsäule.
 
 
Muskuloskeletalles System
 
Im ambulanten Bereich wird die MRT der Gelenke am häufigsten durchgeführt. Durch gute Kontraste zwischen Gelenkflüssigkeit, Fettgewebe, Knochenmark und signalarmen Strukturen, wie Bänder, Sehnen oder Faserknorpel, ist das Spektrum an Indikationen sehr umfangreich.
 
Bei typischen Fragestellungen, die mit Hilfe der MRT beantwortet werden sollen, geht es um Läsionen der Menisci, oder um die Folgen eines bekannten Traumas bei Kapsel - Bandverletzungen. Ein wichtiger Aspekt in der Kniediagnostik, ist eine genaue Beurteilung des Knorpels, dieser kann durch eine Osteochondrosis dissecans abgelöst werden. Pathologien, die das Hüftgelenk, das oberes Sprunggelenk oder das Schultergelenk betreffen, wie Bursitiden, Ödeme, Nekrosen, Tendiniden oder Tendinosen sind oft Indikationen die mittels der Magnetresonanztomografie genau lokalisiert und identifiziert werden können.
 
Ein weiteres Indikationsgebiet sind das Ellenbogengelenk, die Hand und das Handgelenk. In dieser Körperregion auftauchende Fragestellungen, dienen der Abklärung von traumatischen, entzündlichen, oder durch Läsionen des Diskus oder der Bänder hervorgerufenen Probleme. Mögliche Nervenkompressionen im Handgelenk werden durch die gute Kontrastierung sichtbar.
 
 
Der Thorax
 
Die Anzahl an Indikationen im thorakalen Bereich fällt eher klein aus. Durch ein schlechtes SNR Verhältnis, bedingt durch eine hohe Suszeptibilität der Lunge (Luft), ist die Computertomographie, die in die hier eine deutlich höhere Auflösung bietet, das Mittel der Wahl.
Die Beurteilung des Thymus, Weichteiltumore im Bereich der Thoraxwand und des Zwerchfells, Läsionen des Plexus brachialis, gehören zu den häufigen Anforderungen der MRT.
 
 
Herz - MRT
 
Durch dreidimensionale Informationen liefert das kardiale MRT eine sehr hohe Treffsicherheit in der Diagnostik von Narbengewebe, Nekrosen oder Ödemen. Im Myokard lassen sich Eisenablagerungen, wie auch Kapillarenpermeabilität genau charakterisieren.
 
Anforderungen zum Kardio - MRT sollen Antworten auf folgende Fragestellungen finden:
 
→ Kardiomyopathie/Myokardhypertrophie
→ Ventrikel - Funktion
→ Morphologie von Herzklappen
→ Flussmessung/Flussgeschw./Flussvolumen
 
Neben Morphologie und Funktionerfassung weitere, wichtige Aspekte sind die Ischämie- und Vitalitätsdiagnostik, wie auch Entzündungen des Myokards(Myokarditis).
 
 
MRT der Brust
 
Das Mammae MRT wird besonders bevorzugt, wenn es um eine Abklärung von unklaren Herdbefunden in der konventionellen Mammographie geht, beim CUP - Syndrom, oder um ein erhöhtes familiäres Risiko, an Mamma CA zu erkranken. Eine weitere Indikation ist die Beurteilung von Brustimplantaten, die ebenfalls mittels Ultraschall möglich ist. Für die Diagnostik finden unter anderem dynamische Untersuchungsserien unter intravenöser KM Gabe Verwendung. Diese ermöglichen eine quantitative Auswertung durch Zeitintensitätskurven.
 
 
Abdomen
 
Der rasche technische Fortschritt ermöglicht eine Erweiterung des Spektrum an Indikationen. Neben raumfordernden und entzündlichen Prozessen in der Leber, den Nieren, Nebennieren oder dem Pankreas, lassen sich mittels DWI - Sequenzen Läsionen in der Leber oder den Nieren noch genauer charakterisieren.
Für eine genaue Beschreibung der Perfusion der Bauchorgane, wie z.B der Nieren, ist eine KM Gabe nicht zwingend notwendig. Das ist wichtig für Patienten, die entweder an einer Niereninsuffizienz leiden, oder eine Transplantatniere erhalten haben. Neue Studien geben allerdings Hinweise darauf, dass bei niereninsuffizienten Patienten Gadoliniumhaltige Kontrastmittel vermehrt zur einer nephrogenen systemischen Fibrose(NSF) geführt haben.
Eine Perfusion der Nieren, oder einer Transplantatniere ist durch ein sogenanntes Arterial- Spin - Labeling möglich(ASL). Dabei wird in der Bildausleseschicht einfließendes Blut magnetisch markiert, dadurch lässt es sich vom stationären Gewebe unterscheiden.
Eine inzwischen weit verbreitete Methode der Magnetresonanztomografie ist eine Dünndarmuntersuchung nach Sellink. Mittels entsprechender Patientenvorbereitung, Buscopan und KM Gabe, ist es möglich, entzündliche Prozesse des Darmes, wie auch seine Peristaltik zu beurteilen. Weitere Indikationsgebiete im Abdomen sind Erkrankungen der Prostata, des Uterus, der Gallengänge (MRCP) oder der Zervix.
 
 
MR - Angiographie
 
Neben bereits bekannten Techniken zur Gefäßdarstellung wie z.B. TOF oder PC - MRA im Kopfbereich, werden T1 gewichtete 3D Messungen zur kontrastmittelgestützten Gefäßabbildung in Bereichen des Halses, Thorax, Abdomens, Beckens und der Extremitäten. Damit ist es möglich Stenosen, Gefäßverschlüsse oder Gefäßmalformationen zu lokalisieren. Das hat den Vorteil, dass Patienten nicht mehr der Nephrotoxizität von jodhaltigen Kontrastmitteln ausgesetzt sind. Grosse Vorteile ergeben sich für Patienten, die unter einer Röntgenkontrastmittelallergie leiden.
 
Um Stenosen von Anastomosen nach einer Nierentransplantation zu untersuchen, werden native Aufnahmen der arteriellen Gefäße des Beckens mittels TRUFISP - Sequenzen unter EKG Triggerung durchgeführt.
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