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Dr. Wolf, Beckelmann und Partner
MRT Wirbelsäule
Spinales Epiduralhämatom

Anamnese
Der 44 Jahre alte Patient klagt über heftigste Nackenschmerzen bei Arbeiten über Kopf. Der Patient leidet an einer bekannten Hämophilie A. Er kommt zum Ausschluss eines Bandscheibenvorfalls im HWS- Bereich zur MRT. Die Aufnahmen zeigen ein epidurales Hämatom rechts intraspinal in Höhe von C4/C5 bis C8.
Anatomie
Wie das Gehirn ist auch das Rückenmark von Häuten umgeben.
 
→ Pia mater (weiche Hirnhaut) liegt dem Rückenmark direkt an und enthält zahlreiche Blutgefäße.
    Im Wirbelkanal endet die Pia mater wie das Rückenmark in Höhe des 2. LWK
→ Arachnoidea (Spinnwebenhaut) ist die mittlere Hirnhaut. Sie hat ein spinnwebenartiges Aussehen, ist gefäßlos und liegt
    der Dura mater (harte Hirnhaut) an.
→ Dura mater (spinalis) umhüllt sackförmig das Rückenmark und taschenförmig die Wurzeln der Spinalnerven bis zu den
    Foramina intervertebralia. Im Gegensatz zum Gehirn ist die Dura mater spinalis nicht komplett, sondern punktuell mit dem
    Periost verwachsen.
→ Subarachnoidalraum ist ein mit Liquor gefüllter Raum unter der Spinnwebenhaut.
→ Epiduralraum trennt die Dura mater vom Periost. Der Epiduralraum ist mit Fett ausgefüllt und hat ein umfangreiches
    Venengeflecht.
Abbildung 1:
Darstellung des Spinalkanals
Darstellung des Spinalkanals
Definition
Ein spinales Epiduralhämatom ist ein venöse Blutung zwischen Dura mater und Periost (Epiduralraum).
 
Spinale Epiduralhämatome sind selten und können sich über einige Segmente erstrecken. Blutungen sind in diesem Bereich begünstigt, weil der Epiduralraum der Wirbelsäule lockeres Gewebe enthält und von Venen, Fettgewebe und Lymphspalten durchzogen ist. Die häufigste Lokalisation des spinalen Epiduralhämatoms ist die untere Thoraxregion (65%), der Rest verteilt sich gleichmäßig auf den unteren Zervikal- und oberen Lumbalbereich.
Risikofaktoren
Medikamentös induzierte Blutungsneigung ( Heparin, Aspirin®, Marcumar®)
→ Hämophilie
→ Thrombozytopenie
→ Andere Bluterkrankungen
Symptome
→ Plötzlich einsetzende starke Nacken- oder Rückenschmerzen
→ Sensomotorische Ausfälle
Diagnostik
Als diagnostische Maßnahmen eignet sich besonders die MRT. Frische Hämatome stellen sich in T1 isointens zum Rückenmark, in T2 hyperintens dar. Nach 24 Stunden in T1 hyperintens und in T2 isointens zu Liquor.
Therapie
Neurochirurgische Intervention mit Hämatomausräumung.
Untersuchungsprotokoll
1. Patientenvorbereitung
Aufklärung durch den Untersucher. Den Patienten alle Metallgegenstände ablegen lassen. Venösen Zugang legen.
2. Spule
Neck- Array und Wirbelsäulen- Spule
3. Lagerung
Bequeme Rückenlage, Knie unterpolstern, Arme seitlich am Körper, Gehörschutz anbieten, Notfallklingel. Spulenmitte über Kehlkopf.
4. Kontrastmittel
Art und Menge: Gadoliniumhaltiges Kontrastmittel gewichtsadaptiert
Flow: Injektion per Hand
5. Messprotokoll
Kurz:
Sag: T2_tse,T2_flash2d(GRE),T1_se -/+
Tra: T2_medic, T1_se +
6. Nachverarbeitung / Rekonstruktion
keine
7. Anmerkungen
keine
Messprotokoll: Siemens Trio 3T
Sequenztyp T2_tse T1_se T2_flash2d S2_medic T1_se
Orientierung sagittal sagittal sagittal axial axial
Schichtanzahl 15 15 15 18 24
Schichtabstand (%) 10 10 10 33 20
Phasenkodierrichtung H/F H/F H/F A/P A/P
FOV (mm) 300 300 300 180 200
Schichtdicke (mm) 3 3 3 3 3
TR (ms) 3000 600 746 300 500
TE (ms) 120 12 20 14 13
NSA 2 2 1 2 3
Flipwinkel (°) 90 90 20 25 90
Matrix 512 448 320 320 256
Bandbreite (Hz/Px) 222 159 19 180 120
Vorsättigung A A A A A
Abbildung 2 - 5:
Die Pfeile zeigen auf das spinale Epiduralhämatom
Die Pfeile zeigen auf das spinale Epiduralhämatom Die Pfeile zeigen auf das spinale Epiduralhämatom
Die Pfeile zeigen auf das spinale Epiduralhämatom Die Pfeile zeigen auf das spinale Epiduralhämatom

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