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Dr. Wolf, Beckelmann und Partner
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Patientenvorbereitung auf MRT-Untersuchung

Da es sich bei der MRT um ein Verfahren handelt, bei dem sehr starke Magnetfelder zur Bilderzeugung benutzt werden, sollte der Patientenvorbereitung besondere Beachtung geschenkt werden.
Dazu gehören folgende Punkte:
 
Aufklärungsgespräch
Vor Untersuchungsbeginn muss ein ärztliches Aufklärungsgespräch einschließlich Dokumentation stattfinden. Außerdem muss die MR-Kompatibilität von evtl. vorhandenen Metallimplantaten vom Untersucher überprüft werden. Der Patient unterschreibt im Anschluss eine Einverständniserklärung.
 
Ferromagnetische Gegenstände
Alle ferromagnetischen Gegenstände, wie z. B. Münzen, Schlüssel, Haarspangen, Ohrringe, Brillen, Zahnprothesen, Hörgeräte, Piercings, Schmuck, Knöpfe, Reißverschlüsse sowie Nylonstrumpfhosen, Perücken, müssen vor Untersuchungsbeginn abgelegt werden bzw. sollten sich außerhalb der Reichweite des Magnetfeldes befinden. Es wird empfohlen, dass der Patient seine Kleidung ablegt – zumindest im zu untersuchenden Bereich (evtl. Flügelhemd/OP-Hemd anbieten).
 
Es dürfen keine Kredit-/EC-Karten und Telefonkarten in den Untersuchungsbereich gebracht werden.
 
Metallische Fremdkörper
Metallische Fremdkörper, wie beispielsweise Herzschrittmacher, Gefäßclips, Granatsplitter müssen ausgeschlossen werden (eventuell vor der Untersuchung erst eine Röntgenaufnahme anfertigen).
 
Patienten, die einer besonderen Vorbereitung bedürfen Bei intensivpflichtigen bzw. narkotisierten/sedierten Patienten muss darauf geachtet werden, dass MR-kompatible Materialien verwandt wurden (möglichst auch metallfreier Tubus, je nach Untersuchungsregion).
 
Zur Beachtung:
Suszeptibilitätsempfindliche Sequenzen – z.B. EPI (Echo Planar Imaging) – reagieren auf Metalle wesentlich artefaktanfälliger als Spin Echo-Sequenzen.
 
Klaustrophoben Patienten hilft eine intensive Betreuung und eine ausführliche Information über die Untersuchung. So können Patienten ein Vertrauensverhältnis zu Radiologe und MTRA aufbauen und tolerieren die Untersuchung besser. Kleine Hilfsmittel wie nasse Kompressen für die Augen, Prismenbrillen, Notfallklingel und Gehörschutz sowie ein Testlauf vor dem Untersuchungsbeginn können Ängste abbauen. Im Einzelfall kann auch eine leichte Sedierung sinnvoll sein.
 
Begleitpersonal/Begleitpersonen
Begleitpersonal bzw. Begleitpersonen müssen auf das Ablegen von metallischen Materialien hingewiesen werden.
 
Weitere Maßnahmen
→ Je nach Untersuchungsprotokoll vor Untersuchungsbeginn einen intravenösen Zugang legen.
→ Patienten vor Untersuchungsbeginn auf die Toilette schicken, um spätere Unruhe zu vermeiden.
→ Patienten und Begleitpersonal/-personen Gehörschutz anbieten in Form von Kopfhörern oder Ohropax®.
→ Patienten bequem lagern (evtl. Knierolle und Schaumkissen verwenden), um spätere Bewegungsartefakte zu vermeiden.
→ Patientengewicht darf zulässige Maximalbelastungsgrenze des Patiententisches nicht überschreiten.
 
Kontraindikationen
Die wichtigsten Kontraindikationen für eine MRT-Untersuchung sind:
→ implantierte Defibrillatoren, Herzschrittmacher und Neurostimulatoren
→ inkompatible, künstliche Herzklappen
→ inkompatible Aneurysma-Clips
→ metallische Fremdkörper in Augennähe/Gehirn
→ Operationen, bei denen erst wenige Tage vor der MRT-Untersuchung Clips, Gelenk- oder Gefäßprothesen eingesetzt wurden
→ Schwangerschaft in den ersten 3 Monaten
 
Eine ausführliche Liste mit allen kompatiblen und in-kompatiblen metallischen Implantaten findet man im "Pocket Guide to MR Procedures and Metallic Objects" von Frank G. Shellock, PhD.
 
MRT bei Kindern und Jugendlichen unter 18 Jahren
→ Das Aufklärungsgespräch sollte mit beiden Erziehungsberechtigten bzw. dem gesetzlichem Vertreter geführt werden;
    die Einverständniserklärung muss schriftlich vorliegen. Bei geplanter KM-Gabe muss dies im Aufklärungsgespräch besprochen
    werden und in der schriftlichen Einverständniserklärung enthalten sein.
→ Ängstlichen Kindern wird die Untersuchung oft durch eine Besichtigung des Untersuchungsraumes und des Gerätes am Vortag
    erleichtert. Auch das Lesen eines kindgerechten Buches (z.B. Gabriele Salomonowitz: Die Geschichte der Magnetmännchen,
    Magnet-Resonanz-Aufklärungsbuch für Kinder, W. Maudrich Verlag, ISBN 3-85175-739-4) über die MRT-Untersuchung oder ein
    einfacher Übersichtsscan des Teddys/Puppe vor dem Untersuchungstag trägt zur Beruhigung bei.
→ Bei nicht sedierten Kindern hilft es, wenn ein/beide Elternteil/e oder die Kinderkrankenschwester mit im Untersuchungsraum
    bleiben.
→ Bei sedierten/narkotisierten Kindern muss eine Überwachung, am besten in Form eines Pulsoxymeters, erfolgen oder die
    Fingerpulsableitung bzw. der Atemgürtel angelegt werden. Der/Die Kinderarzt/-ärztin bzw. Anästhesist/in sollte mit im Raum
    bleiben.
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