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Dr. Wolf, Beckelmann und Partner
Konventionelles Röntgen Hals
Achalasie

Anamnese
Der 69 Jahre alte Patient wird von seinem Hausarzt wegen anhaltender retrosternaler Schmerzen und Regurgitation (Wiederhochkommen von Speisen) zum Ösophagus-Breischluck überwiesen. Die Aufnahmen zeigen eine Achalasie.
Die Anatomie
Der Ösophagus (Speiseröhre) liegt zwischen Pharynx und Magen und dient dem Transport der zerkleinerten Nahrung in den Magen. Der Ösophagus ist ein 25 bis 28 cm langes Hohlorgan, das sich vom 6 HWK bis zum 10 BWK erstreckt und von dorsal dem linken Herzventrikel anliegt. Am Anfangs- und Endteil der Speiseröhre befinden sich Schließmuskeln (Sphinkter). Man unterscheidet 3 Ösophagusabschnitte:
 
→ Pars cervicalis
→ Pars thoracalis
→ Pars abdominalis
 
Der Ösophagus weist 3 Engen auf
 
→ Ringknorpelenge (Ösophagusmund liegt hinter dem Ringknorpel)
→ Aortenenge(Einengung des Ösophagus durch Trachea und Aortenbogen)
→ Zwerchfellenge (Durchtritt des Ösophagus durch das Zwerchfell)
 
Der Nahrungstransport wird über komplexe neuronale Schaltungen geregelt. Die aboralen Anteile der Speiseröhre kontrahieren langsamer, so dass der Transport unter physiologischen Bedingungen nur in Richtung des Magens erfolgen kann. In den nicht gefüllten Abschnitten des Ösophagus liegen die Wände aneinander, so dass das Lumen kollabiert und der Inhalt umschlossen ist. Den Übergang der Speiseröhre in den Magen bezeichnet man als Kardia.
Abbildung 1:
Anatomie des Ösophagus
Anatomie des Ösophagus
Definition
Eine Achalasie ist eine Öffnungsstörung des unteren Ösophagussphinkter und der Verlust von koordinierter Peristaltik aufgrund einer Degeneration des Auerbach-Plexus.
Pathomechanismus
Aufgrund des Peristaltikmangels und der Öffnungshemmung des Ösophagus verbleibt die Nahrung in der Speiseröhre. Diese dehnt sich kelchförmig auf.
Symptome
→ Dysphagie (Schluckstörung)
→ Krampfartige retrosternale Schmerzen
→ Globusgefühl (Kloßgefühl im Kehlkopf)
→ Regurgitation
Komplikationen
→ Mangelerscheinungen
→ Gewichtsverlust
→ Aspirationspneumonie
→ karzinomatöse Entartung
Diagnostik
Diagnostische Möglichkeiten sind:
 
→ Ösophagus-Breischluck
→ Endoskopie
→ Manometrie (fehlende Erschlaffung während des Schluckaktes)
→ CT
→ Endo-Sonografie
Einteilung
Die Achalasie kann anhand des Ösophgus-Breischlucks in drei Stadien eingeteilt werden:
 
→ Stadium 1 leichte Ösophagus Dilatation, keine Weitstellung der Kardia
→ Stadium 2 Dilatation des Ösophagus mit deutlichen Entleerungsverzögerungen
→ Stadium 3 Dilatation des Ösophagus mit Lumenquerschnitten von 6-10 cm und s-förmiger Elongation,
   starke Entleerungsverzögerung und Retention von Speisen
Therapie
Therapeutische Möglichkeiten sind:
 
→ Wiederholte pneumatische Kardiadilatation (Methode der Wahl)
→ Endoskopische Injektion von Botulinumtoxin
→ Medikamentös (z. b. Adalat® und Isoket®)
→ Operativ, nur bei Versagen der konservativen Therapien
Untersuchungsprotokoll
1. Patientenvorbereitung
Patient soll nüchtern sein. Patient über den Untersuchungsablauf informieren. Oberkörper freimachen, Schmuck entfernen.
2. Lagerung
Patient steht im Durchleuchtungsgerät
3. Durchführung der Untersuchung
Der Patient nimmt einen großen Schluck KM (z. b. Micropaque flüssig) in den Mund. Während des Schluckakts Anfertigung von Aufnahmen des gesamten Schluckaktes in ap- und Seitenprojektion. Konventionelle , oder Kameratechnik mit 2-4 Bildern pro Sekunde.
4. Anmerkung
Bei Frage nach Fremdkörper oder Perforation nur jodhaltiges Kontrastmittel verwenden.
Aufnahmetechnische Parameter
Aufnahmeart: Durchleuchtungsgezielte Aufnahmen
Aufnahmespannung: ≥ 100  kV
Brennflecknennwert: ≤ 1,3 (0,6)
Objekt- Detektor-Abstand: möglichst gering
Belichtungsautomatik: mittleres Messfeld
Expositionszeit: 50 (100) ms
Streustrahlenraster: r 8
Bildempfängerdosis: ≤ 5  μGy, SC 400
Abbildung 2 und 3:
Dilatation des Ösophagus mit distaler Ösophagusstenose
Dilatation des Ösophagus mit distaler Ösophagusstenose Dilatation des Ösophagus mit distaler Ösophagusstenose
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