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Dr. Wolf, Beckelmann und Partner
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Die Röntgenanlage

Eine Röntgenanlage setzt sich aus folgenden Komponenten zusammen:
→ Röntgenstrahler
→ Hochspannungsgenerator
→ Schalttisch
→ Buckytisch und/oder Rasterwandstativ
 
Röntgenröhre/Röntgenstrahler
Die Röntgenröhre besteht aus einem gläsernen Vakuumgefäß, in dem sich zwei Elektroden befinden, die negativ geladene Kathode und die positiv geladene Anode. Die Kathode besteht aus einem heizbaren Glühwendel. Der Glühwendel ist eingelagert in den → WehneltzylinderWehneltzylinder
Steuerelektrode zum Regeln der Helligkeit in Elektronenstrahlröhren. Er befindet sich in unmittelbarer Nähe der Glühkathode und wird mit einem negativen Potential gegenüber der Kathode versehen. Durch Regelung dieser Spannung kann die Anzahl der Elektronen beeinflusst werden, die dieses Spannungspotential überwinden können, somit auch die Intensität (Helligkeit) des Elektronenstrahls. Entwickelt wurde er von dem Physiker Arthur Rudolph Berthold Wehnelt, geb. 4.4.1871 in Rio de Janeiro; gest. 15.1.1944 in Berlin.
. Der Wehneltzylinder hat die Funktion einer elektrostatischen Linse und dient der Bündelung der Elektronen. Der Anodenteller mit einem Durchmesser von ca. 20 cm liegt der Kathode gegenüber. Die Anode besteht aus einer Wolfram-Rhenium-Legierung. Verbundanodenteller sind auf der Rückseite mit einer Schicht aus Graphit oder → MolybdänMolybdän
Übergangsmetall der 6. Nebengruppe des Periodensystems, Atomgewicht 95,94; Ordnungszahl 42. Der Name kommt aus dem Altgriechischen molybdos = Blei, da Molybdänverbindungen oft einen bleiartigen Glanz aufweisen.
belegt. Diese Schichten dienen der Erhöhung der → WärmekapazitätWärmekapazität
Wärmemenge, die notwendig ist, um eine vorliegende Substanzmenge um 1°C zu erwärmen.
.
 
Zwischen Kathode und Anode liegt eine einstellbare Hochspannung von ca. 25 kV bis 150 kV. Durch diese Hochspannung werden die Elektronen, die an der Kathode erzeugt werden, in Richtung Anode beschleunigt und stark abgebremst. Es entstehen Röntgenbrems- strahlung und charakteristische Röntgenstrahlung. Zur besseren Wärmeverteilung dreht sich die Anode mit einer durchschnittlichen Frequenz von 5 000 bis 10 000 U/min; bei Hochleistungsröhren bis 17 000 U/min.
Die Röntgenröhre ist umgeben vom Röhrenschutzgehäuse, das dem Strahlenschutz, dem Hochspannungsschutz sowie der Befestigung der elektrischen Zuleitungen und dem Kühlsystem dient.
 
Am Röhrenschutzgehäuse ist das Lichtvisier mit der Tiefenblende befestigt. Die Tiefenblende besteht in der Regel aus vier Bleilamellenpaaren, einem Spiegel und einer Lichtquelle. Damit lässt sich das Röntgenstrahlenfeld auf dem Patienten optisch darstellen. So ist gewährleistet, dass nur die Bereiche von Röntgenstrahlung getroffen werden, die geröntgt werden sollen.
Röntgenröhre mit Strahlenschutzgehäuse
Abb. 1: Röntgenröhre mit Strahlenschutzgehäuse
Generator
Der Röntgengenerator dient der Erzeugung der Heizspannung für die Kathode und der Hochspannung für die Röhre. Er enthält einen Hoch- und einen Niederspannungstransformator und die Gleichrichter. Hochleistungsröntgengeneratoren erzeugen eine fast 100%ig gleichgerichtete Röntgenstrahlung.
 
Schalttisch
Am Schalttisch werden die Röhrenspannung (kV-Wert = Qualität der Strahlung), die Stärke des Röhrenstroms und die entsprechende Zeit (mAs-Produkt = Quantität der Strahlung) angewählt. Diese Werte können entweder manuell (freie Belichtung) oder durch Programm- wahl (Belichtungsautomatik) eingestellt werden. Je nach Objekt und Fragestellung werden die Fokusgrößen ausgewählt. Außerdem sind die gewünschten Arbeitsplätze anwählbar.
 
Buckytisch/Rasterwandstativ
Der → BuckytischBuckytisch
Aufnahmetisch mit schwimmender Tischplatte, benannt nach Prof. Gustav Peter Bucky, Radiologe und Physiker, geb. 3.9.1880 in Leipzig; gest. 19.1.1963 in New York. Erfinder der Bucky-Blende (Streustrahlenraster)
dient der Positionierung des Patienten für die Röntgenaufnahme. Er ist in longitudinaler und transversaler Richtung und in der Höhe verstellbar. Im Buckytisch integriert ist ein beweglicher → StreustrahlenrasterStreustrahlenraster
Streustrahlenraster werden zwischen Patient und Film eingebracht. Sie dienen der Reduzierung (Absorption) von Streustrahlung. Im Raster sind dünne, parallel ver-laufende Lamellen aus Blei oder Wolfram angebracht, die Streustrahlen absorbieren, da diese in einem anderen Winkel als die Primärstrahlung auftreffen.
, der zur Verminderung der Streustrahlung dient (siehe weiter unten). Er besteht aus Blei- oder Wolframlamellen, die nur für die Primärstrahlung durchlässig sind (Abb. 2).
Buckytisch
Abb. 2: Buckytisch, Bildquelle: Siemens AG
Das Rasterwandstativ ist ein senkrecht stehender, rechteckiger Aufnahmetisch, an dem vorwiegend Thoraxaufnahmen angefertigt werden (Abb. 3).
Rasterwandstativ
Abb. 3: Rasterwandstativ, Bildquelle: Siemens AG
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