Startseite
Vorwort
Grundlagen
Fälle
- Kopf
- Hals
- Thorax
- Mamma
- Abdomen
- Becken
- Knochen
- Gelenke
- Wirbelsäule
- Fälle A - Z
- Blitzlichter
Röntgen-Anatomie
Glossar
Kontakt
Impressum

 
 
Dr. Wolf, Beckelmann und Partner
Konventionelles Röntgen Abdomen
Benignes Prostatasyndrom (BPS)

Anamnese
Der 66-jährige Patient kommt wegen Dysurie und Nykturie (häufiges Wasserlassen am Tag und in der Nacht) zum Röntgen. Die Diagnose lautet BPH mit Restharnbildung.
Was ist eine benigne Prostatahypertrophie?
Eine BPH ist eine gutartige Vergrößerung der Prostata durch zahlenmäßige Zunahme der Zellen. Durch die vergrößerte Prostata kommt es zu einer Kompression der Harnröhre mit fortschreitender Harnblasenentleerungsstörung.
Abbildung 1:
Prostata vergrößert und normal
Prostata vergrößert und normal
Welche Symptome kann eine BPH hervorrufen?
Der Verlauf der Erkrankung ist langsam und schubartig. Die Einteilung erfolgt in Abhängigkeit vom Ausmaß der Entleerungsstörung.
 
Stadium 1 (Reizstadium)
Die Stärke des Harnstrahls ist deutlich abgeschwächt, der Miktionsbeginn ist verzögert. Die Entleerung der Blase ist schmerzhaft (Dysurie). Häufige nächtliche Toilettengänge (Nykturie) sind die Regel.
 
Stadium 2 (Restharnstadium)
In diesem Stadium ist die Miktionsfrequenz gesteigert. Die Entleerung der Blase ist unvollständig mit einer Restharnbildung bis 100 ml. Es kommt häufig zu Harnwegsinfekten und möglicherweise zu Blasensteinbildung.
 
Stadium 3 (Dekompensationsstadium)
Im Vordergrund steht das Harnverhalten mit ständigem Harndrang. Übersteigt der Blaseninnendruck den Druck der Harnröhre, kommt es zur Überlaufblase. Als Folge daraus ergeben sich Harnstauungsnieren und eine nachfolgende Niereninsuffizienz.
 
70 - 100 % aller Männer über 65 Jahre sind von einer BPH betroffen, in nur 30 - 40 % der Fälle kommt es zu Beschwerden
Welche Möglichkeiten der Diagnostik gibt es?
Am Beginn der Diagnostik steht die körperliche Untersuchung sowie Urin- und Blutuntersuchungen. Die anschließende Uroflowmetrie gibt Auskunft über den Harnausfluss während der Blasenentleerung.
 
Das bildgebende Verfahren der ersten Wahl ist die Sonografie. Als Zusatzuntersuchung kommt eine Ausscheidungsurografie in Frage.
Welche Therapiemöglichkeiten gibt es?
Die Therapie der benignen Prostatahypertrophie richtet sich nach dem klinischen Stadium.
 
Medikamentöse Therapie
Zur medikamentösen Therapie können Präparate eingesetzt werden, die zu einer Abschwellung des Prostatagewebes führen. Andere Präparate bewirken eine Entspannung der glatten Muskulatur der Prostata und somit eine Verminderung des Drucks auf die Prostata.
 
Operative Therapie
Die Standardoperation ist die Transurethale Prostata-Resektion. Dabei wird das Prostatagewebe entfernt, die Kapsel, in der sie sich befindet, bleibt erhalten.
 
Als weiteres operatives Verfahren kann die Thermotherapie eingesetzt werden. Dabei werden Sonden in das Prostatagewebe eingeführt und durch Einwirkung von Mikrowellen erwärmt. Durch eine Hyperthermie bei 43°C wird ein Zelltod des Gewebes herbeigeführt.
 
Die unterschiedlichen Techniken der Lasertherapie beruhen ebenfalls auf dem Prinzip der Wärmeabgabe. Die Wärmeabgabe führt bei diesen Techniken entweder zu einer Verdampfung, Verkohlung oder Denaturierung des Prostatagewebes.
Untersuchungsprotokoll
1. Patientenvorbereitung
Zwei Tage vor der Untersuchung soll der Patient mit breiigflüssiger, nicht blähender Kost beginnen. Zur Entleerung des Darms ist an beiden Tagen ein Abführmittel zu empfehlen. Am Untersuchungstag darf der Patient morgens nichts essen und nicht rauchen. Kaffee oder Tee sind erlaubt. Vor der Aufnahme die Harnblase entleeren.
2. Lagerung: Nieren-Übersicht
Rückenlage. Körperachse ausgerichtet. Arme am Körper entlang. Kniegelenke unterpolstern.
3. Kontraindikation und relative Kontraindikation
Manifeste Hyperthyreose, eingeschränkte Nieren-, Leber- und Herzfunktion.
4. Kontrastmittel
Art und Menge: Bei einem KM mit 300 mg J/ml werden einem Erwachsenen 1 - 1,5 ml/kg Körpergewicht appliziert.
5. Zentrierung
Zentralstrahl 1 Querfinger über Beckenkamm. Unterer Kassettenrand 4 Querfinger unterhalb des oberen Symphysenrandes.
6. Aufnahmenfolge
Leeraufnahme, 5 Minuten nach KM-Gabe,
10 Minuten nach KM-Gabe,
15 Minuten nach KM-Gabe.
7. Nachverarbeitungen/Rekonstruktionen
Keine
8. Anmerkungen
Alle Aufnahmen in tiefer Exspiration
Aufnahmetechnische Parameter
Aufnahmeart: Rastertisch, (Rasterwandgerät bei spezieller Fragestellung)
Aufnahmespannung: 70 - 90  kV
Brennflecknennwert: ≤ 1,3
Fokus- Detektor-Abstand: 115 cm
Belichtungsautomatik: Messfelder je nach Fragestellung
Expositionszeit: < 100 ms
Streustrahlenraster: r 12 (8)
Bildempfängerdosis: ≤ 5  μGy, SC 400
Strahlenschutz: Hodenkapsel

Bemerkungen:
Aufnahme im Stehen: Aufnahmespannung: 80 - 100  kV
Aufnahmespannung: > 100  kV
Bilddokumentation
Abbildung 3:
Leeraufnahme
Abbildung 4:
100 ml nichtionisches RKM
Leeraufnahme 100 ml nichtionisches RKM
← zurück zur Übersicht