Startseite
Vorwort
Grundlagen
Fälle
- Kopf
- Hals
- Thorax
- Mamma
- Abdomen
- Becken
- Knochen
- Gelenke
- Wirbelsäule
- Fälle A - Z
- Blitzlichter
Röntgen-Anatomie
Glossar
Kontakt
Impressum

 
 
Dr. Wolf, Beckelmann und Partner
Konventionelles Röntgen Abdomen
Divertikulose

Anamnese
Der 54 jährige Patient kommt wegen rezidivierender Unterbauchschmerzen zum Kolonkontrasteinlauf. Die Röntgenaufnahmen zeigen eine Divertikulose.
Anatomie
Der Dickdarm hat eine Länge von 1,5 m und wird in 2 Abschnitte unterteilt:  1. Caecum mit dem Wurmfortsatz (Appendix veriformis)
Das Caecum liegt im rechten Unterbauch und stülpt sich in einem fast rechten Winkel in das terminale Ileum. Die Bauhin'sche Klappe trennt beide Organe durch eine schlitzförmige Schleimhautfalte. Am unteren Ende des Caecums findet sich die Appendix mit einer durchschnittlichen Länge von 9 cm.
 
2. Kolon
Das Kolon hat eine Länge von 1,3 m und lässt sich in 4 Abschnitte einteilen, die auch die jeweilige Lage beschreiben. Kolon ascendens (aufsteigendes Kolon), beginnt oberhalb der Bauhin'schen Klappe und steigt an der rechten Bauchwand auf. Kolon transversum (querverlaufendes Kolon) mit der Flexura coli dextra und sinistra. Kolon descendens (absteigendes Kolon) steigt an der linken Bauchwand ab. Kolon sigmoideum ( s-förmiger Teil des Kolons) beginnt an der linken Beckenschaufel und verlässt den Bauchraum nach caudal.
Abbildung 1:
Die verschiedenen Abschnitte des Dickdarms
Die verschiedenen Abschnitte des Dickdarms
Wandaufbau des Dickdarms
→ Mukosa
→ Submukosa
→ Muskularis besteht aus Längs- und Ringmuskulatur die Taenien bzw. Haustren bildet
Definition
Ausstülpung der Dickdarmwand durch die Muskularis hindurch. Häufig im Sigmoid oder Caecum lokalisiert.
Ursachen
→ Bindegewebsschwäche
→ Ballaststoffarme Ernährung
→ Bewegungsmangel
→ Obstipation
 
Durch einen hohen Darminnendruck bei Obstipation und gleichzeitiger Wandschwäche stülpt sich die Dickdarmschleimhaut durch Gefäßmuskellücken.
Symptome
→ Meist keine ( 90%)
→ Flatulenz
→ Diarrhö
→ Obstipation
→ Bauchschmerzen
Komplikationen
→ Divertikulitis
→ Divertikelblutung
Diagnostik
→ Meist Zufallsbefund bei Kolonkontrasteinlauf oder Koloskopie.
Therapie
→ Stuhlregulierung
→ Faserreiche Kost und ausreichend Flüssigkeitszufuhr
Untersuchungsprotokoll
Kolonkontrasteinlauf in Doppelkontrastmethode
1. Patientenvorbereitung
Zwei Tage vor der Untersuchung Umstellung auf leichte ballaststoffarme Kost. Auf ausreichende Flüssigkeitszufuhr achten. Am Tag vor der Untersuchung sind nur klare Flüssigkeiten (Fleischbrühe, Kaffee, Mineralwasser und Tee) morgens und mittags Abführtabletten mit viel Flüssigkeit einnehmen Am Untersuchungstag nicht essen und rauchen. Kaffe, Tee und Mineralwasser sind erlaubt. 30 Minuten vor der Untersuchung Reinigungseinlauf durchführen. Aufklärung durch den Untersucher.
2. Untersuchungsablauf
Nach Einführung des Darmrohres in LSL wird die körperwarme KM-Suspension schrittweise instilliert. Auffüllung des Kolons bis zur rechten Flexur mit Lageänderung (BL, RSL), dadurch wird ein ausreichender Beschlag der Schleimhaut erreicht. Entfernung des Darmrohres und Darmentleerung. Erneute Einlage des Darmrohres. Gabe von Buscopan® i.v. und fraktionierte Luftinsufflation bis alle Kolonteile gleichmäßig entfaltet sind Zielaufnahmen unter Durchleuchtung. Nach Entfernung des Darmrohres Übersichtsaufnahmen des Abdomens in RL, LSL, RSL und BL im horizontalen Strahlengang.
3. Aufnahmetechnische Parameter
Aufnahmeart: Durchleuchtungsgezielte Aufnahmen und Übersichtsaufnahmen
Aufnahmespannung: ≥ 100  kV
Brennflecknennwert: ≤ 1,3
Objekt-Detektor-Abstand: möglichst gering
Belichtungsautomatik: mittleres Messfeld
Expositionszeit: < 100 ms
Streustrahlenraster: r 8
Bildempfängerdosis: ≤ 5  μGy, SC 400
Strahlenschutz: Hodenkapsel
Abbildungen 2 - 5:
Die Divertikel stellen sich in Aufsicht als KM-Flecken und in der Seitenansicht als kontrastierte Anhangsgebilde zum Darmlumen dar.
 
← zurück zur Übersicht