Startseite
Vorwort
Grundlagen
Fälle
- Kopf
- Hals
- Thorax
- Mamma
- Abdomen
- Becken
- Knochen
- Gelenke
- Wirbelsäule
- Fälle A - Z
- Blitzlichter
Röntgen-Anatomie
Glossar
Kontakt
Impressum

 
 
Dr. Wolf, Beckelmann und Partner
Konventionelles Röntgen Knochen
Enchondrom

Anamnese
Die 33 Jahre alte Patientin kommt wegen einer Schwellung des rechten Mittelfingerendglieds zum Röntgen. Die Aufnahmen zeigen ein Enchondrom im Fingerendglied.
Definition
Ein Enchondrom ist ein gutartiger Knochentumor der vom Knorpelgewebe ausgeht und im Markraum lokalisiert ist. Enchondrome findet man häufig in den Epiphysen langer Röhrenknochen, den Phalangen von Händen und Füßen und im Becken. In der Regel sind Enchondrome gutartig, man geht davon aus, dass 20% der Tumoren maligne entarten. die Wahrscheinlichkeit eines malignen Enchondroms ist erhöht, wenn der Tumor nah am Körperstamm lokalisiert ist.
Symptome
→ Meist symptomlos. Enchondrome wachsen sehr langsam und werden meist als Zufallsbefund entdeckt. Durch schmerzlose Verformungen und Auftreibungen oder Spontanfrakturen können sie symptomatisch werden.
Diagnostik
→ Röntgenaufnahme in 2 Ebenen
→ MRT
→ Histologie

Auf den Röntgenaufnahmen zeigt sich das Enchondrom relativ scharf begrenzte Destruktionen mit polyzyklischem Rand. Kennzeichnend sind Verkalkungen innerhalb des Tumors, die zentral lokalisiert sind. Bei weiterem Wachstum kommt es zu einer Verdünnung der Kortikalis, was zu einer Fraktur führen kann.
In der MRT sind Enchondrome in der T1-Wichtung hypointens, in der T2-Wichtung hyperintens. Nach KM-Gabe findet sich eine typische Lobulierung mit Septierung.
Bei Verdacht auf eine maligne Entartung des Tumors wird eine Biopsie zur histologischen Untersuchung durchgeführt.
Therapie
Enchondrome der kleinen Röhrenknochen werden bei Symptomfreiheit und fehlender Frakturgefährdung in der Regel nicht behandelt. Bei Frakturgefahr kann eine Kürettage durchgeführt werden.
Kalzifizierende Enchondrome der langen Röhrenknochen oder des Stammskeletts müssen bei Beschwerdefreiheit nicht behandelt werden, sondern Patient beobachtet sich selbst und es findet eine jährliche Röntgenkontrolle statt. Bei Malignitätsverdacht muss das Enchondrom sofort entfernt werden.
Untersuchungsprotokoll
1. Patientenvorbereitung
Schmuck entfernen lassen. Gonadenschutz anlegen
2. Lagerung Mittelfinger dorso-volar
Patient sitzt seitlich zum Buckytisch, Unterarm und Handinnenfläche aufliegend. Finger leicht gespreizt und in Detektormitte. Zentralstrahl senkrecht auf Detektormitte.
6. Lagerung Mittelfinger seitlich
Patient sitzt seitlich am Tisch, Finger leicht gespreizt, Mittelfinger seitlich mit der ulnaren Seite in Detektormitte aufliegend. ZS auf Detektormitte
Aufnahmetechnische Parameter:
Buckytisch: ja
Aufnahmespannung (kV): 50 bis 60
Fokusgröße (mm): 0,6 (< 1,3)
FDA (cm): 105
Belichtungsautomatik: ohne
Streustrahlenraster: ohne
Bildempfängerdosis: ≤ 10  μGy, SC 200
Pädiatrische Besonderheiten:
Bildempfängerdosis: ≤ 5  μGy, SC 400
Strahlenschutz: Bleigummiabdeckung der unmittelbar
anschließenden Abschnitte des Körperstamms
Abbildungen 1 und 2:
Die Pfeile zeigen auf das Enchondrom mit Fraktur.
die Pfeile zeigen auf die Knochenzyste mit Fraktur die Pfeile zeigen auf die Knochenzyste mit Fraktur

← zurück zur Übersicht