Startseite
Vorwort
Grundlagen
Fälle
- Kopf
- Hals
- Thorax
- Mamma
- Abdomen
- Becken
- Knochen
- Gelenke
- Wirbelsäule
- Fälle A - Z
- Blitzlichter
Röntgen-Anatomie
Glossar
Kontakt
Impressum

 
 
Dr. Wolf, Beckelmann und Partner
Konventionelles Röntgen Mamma
Fibroadenom

Anamnese
Die 42-jährige Patientin hat bei der Selbstuntersuchung der Brust einen Knoten in der linken Brust getastet. Der behandelnde Gynäkologe schickt sie mit der Fragestellung Tumor zur Mammografie.
 
Das Ergebnis der Mammografie ist die Diagnose Fibroadenom.
Abbildung 1:
Fibroadenom der Brust
Fibroadenom
Was ist ein Fibroadenom?
Adenome sind gutartige (benigne) Tumoren aus Schleimhaut und Drüsengewebe. Fibroadenome sind Adenome mit zusätzlich stark entwickeltem Bindegewebe. Sie haben eine derbelastische Konsistenz. Fibroadenome kommen besonders häufig in der weiblichen Brust, dem Ovar und der Prostata vor.
Wie häufig ist ein Fibroadenom?
Ein Fibroadenom ist eine typische Erkrankung jüngerer Frauen zwischen 15 und 35 Jahren. Bei etwa 30% aller Frauen vor den Wechseljahren tritt ein Fibroadenom auf. Ein weiterer Altersgipfel liegt zwischen 45 und 55 Jahren. Nach den Wechseljahren treten Fibroadenome eher selten auf, dann meistens unter einer Hormonbehandlung.
Wie entsteht ein Fibroadenom?
Fibroadenome sind Neubildungen in der Brust. Die Tumoren können häufig an mehreren Stellen der Brust unabhängig voneinander entstehen. Wachstum und Entstehung eines Fibroadenoms wird durch Östrogene begünstigt. Es kommt zu einer Vermehrung des faserreichen Bindegewebes.
Welche Symptome können Fibroadenome hervorrufen?
Die meisten Fibroadenome werden per Zufall oder bei der Selbstuntersuchung der Brust von den Frauen entdeckt. Oft werden mehrere Knoten nebeneinander getastet, die in der Regel nicht druckschmerzhaft sind. Die Knoten sind verschieblich und gut abgrenzbar. Da die kollagenen Fasern des Bindegewebes bei einem Fibroadenom stark vermehrt sind, fühlt sich der Tumor wie Gummi an. Sehr große Fibroadenome können die normale Kontur der Brust durch eine Vorwölbung verändern. Das Wachstum des Tumors erfolgt häufig schubweise, besonders während der Schwangerschaft kann der Tumor unter der gesteigerten Hormonproduktion stark wachsen.
Wie kann die Diagnose gestellt werden?
Um eine eindeutige Diagnose stellen zu können, kann der untersuchende Arzt neben Anamnese, Inspektion, Palpation und gegebenenfalls einer Biopsie folgende bildgebende Verfahren einsetzen.
 
→ Sonografie
→ Mammografie
→ MR-Mammografie
Abbildung 2:
Sonografischer Befund eines Fibroadenoms
Sonografischer Befund eines Fibroadenoms
Als erstes bildgebendes Verfahren wird eine Sonografie durchgeführt. Bei Frauen ab dem 35. Lebensjahr kann zusätzlich eine Mammografie durchgeführt werden. Bei jüngeren Patientinnen bringt die Mammografie bei der Diagnosestellung "Fibroadenom" keinen Gewinn, da die Beurteilung der Aufnahmen durch das sehr dichte Gewebe schwierig ist. Lassen Sonografie, Mammografie und die MR-Mammografie keine eindeutige Diagnose zu, muss eine Tumorbiopsie durchgeführt und das Präparat histologisch untersucht werden.
Welche Therapiemöglichkeiten gibt es?
Größere Fibroadenome werden nach Diagnosesicherung entfernt, besonders dann, wenn mehrere Kontrolluntersuchungen ein eindeutiges Wachstum ergeben haben. Entfernt man große Fibroadenome zu spät, kann es zu einer Eindellung in der Brustoberfläche kommen, da das umgebende Gewebe durch den Tumor zurückgedrängt wurde.
 
Unvollständig entfernte Fibroadenome haben eine hohe Rezidivneigung.
Untersuchungsprotokoll
1. Patientenvorbereitung
Oberkörper freimachen.
2. Lagerung zur c/c-Aufnahme (CC)
Patientin steht aufrecht, Brust wird auf den Filmhalter gelegt, der Oberkörper der Patientin wird soweit zur Gegenseite gedreht, dass das im äußeren oberen Quadranten gelegene Drüsengewebe mit dem axillären Drüsenausläufer vollständiabgebildet wird. Die Kompression erfolgt langsam und gleichmäßig um einen Dicke- und Dichteausgleich zu erzielen und das Drüsengewebe aufzuspreizen. Die Mamille muss bei allen Aufnahmen in der Mitte der Brust liegen. Bleischürze anlegen.
3. Lagerung zur medio-lateralen Aufnahme (MLO)
Patientin steht rein seitlich. Der Filmhalter befindet sich in Höhe des Manubriums. Röhre und Filmhalter werden 45° bis 60° gekippt, das entspricht dem Verlauf des Pektoralmuskels. Patientin legt den Oberarm auf den oberen Rand des Filmhalters. Die Brust wird zwischen Tubus und Filmhalter komprimiert. Die Brust wird so komprimiert, dass sich die Mamille in Filmmitte befindet. Bleischürze anlegen.
4. Kontrastmittel
Art und Menge: kein KM.
5. Zentrierung CC-Aufnahme
Zentralstrahl senkrecht auf die Mitte der Brust im kraniokaudalen Strahlengang, korrekte Seitenbezeichnung, Aufnahme in Atemstillstand.
6. Zentrierung MLO-Aufnahme
Zentralstrahl ist auf die Mitte der Brust etwas über Mamillenhöhe gerichtet, damit der Axillarausläufer dargestellt wird.
7. Nachverarbeitungen/Rekonstruktionen
Keine
8. Anmerkung
keine
Abbildung 3:
CC-Aufnahme
Abbildung 4:
MLO-Aufnahme
Pleuraergüsse Pleuraergüsse
← zurück zur Übersicht