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Dr. Wolf, Beckelmann und Partner
Konventionelles Röntgen Hals
Ösophagusdivertikel

Anamnese
Der 80 Jahre alte Patient kommt wegen Schluckbeschwerden und Hustenreiz bei der Nahrungsaufnahme zum Röntgen. Das Ösophagramm zeigt ein Zenker Divertikel.
Die Anatomie
Die Speiseröhre liegt im Mediastinum hinter der Luftröhre und vor dem Aortenbogen. Sie beginnt in Höhe des 6. HWK und endet nach dem Durchtritt durch das Zwerchfell. Die Speiseröhre ist 22 bis 25 cm lang und besteht aus quer- und längs verlaufenden Muskelfasern, die sich abwechselnd zusammenziehen, wobei eine wellenförmige Peristaltik entsteht. Im Anfangs- und Endteil befinden sich je ein Schließmuskel, der beim Schluckvorgang bzw. bei Ankunft der peristaltischen Welle erschlafft Die Speiseröhre weist 3 anatomische Engen auf:
 
→ Ringknorpelenge ( Ringknorpel liegt vor der Speiseröhre)
→ Aortenenge (an der Birfukation der Bronchien)
→ Zwerchfellenge vor der Einmündung in den Magen
Abbildung 1:
Anatomie des Ösophagus
Ösophagramm
Definition
Ösophagusdivertikel sind Wandausbuchtungen der Speiseröhre, die zu 70% im oberen Teil des Ösophagus lokalisiert sind. Man unterscheidet echte Divertikel von Pseudodivertikeln. Echte Divertikel sind Ausstülpungen aller Wandschichten. Pseudodivertikel sind Ausstülpungen nur der Schleimhaut durch Muskellücken.
Ursachen
→ muskuläre und bindegewebige Schwäche vor allem mit zunehmendem Alter oder genetische bedingt. Pulsationsdivertikel entstehen
   an der oberen Enge durch ein Missverhältnis zwischen innerem Druck und Wandstabilität, z.b. Zenker- Divertikel
→ Traktionsdivertikel entstehen meist an der mittleren Enge durch Zug von außen, z.b. bei Tuberkulose.
Symptome
→ Dysphagie (Schluckstörungen)
→ Regurgitation (Wiederhochkommen von Speisen) vor allem beim Liegen
→ Starker Mundgeruch (Nahrung verbleibt in den Divertikeln)
→ Hustenreiz bei Nahrungsaufnahme
→ Retrosternaler Druckschmerz
→ Gurgelndes Trinkgeräusch
Symptome
→ Aspirationspneumonie
→ Selten Divertikulitis, Fistelbildung, Perforation und Blutung
Diagnostik
→ Ösophagusbreischluck ( bei Perforationsgefahr mit wasserlöslichem Kontrastmittel)
→ Endoskopie
Therapie
In den meisten Fällen operatives Vorgehen.
Untersuchungsprotokoll
1. Patientenvorbereitung
Schmuck abnehmen und Oberkörper freimachen
2. Lagerung
Patient steht im Durchleuchtungsgerät und trinkt 100ml Bariumsulfat
3. Aufnahmetechnik
Es erfolgen während des Schluckaktes Zielaufnahmen unter Durchleuchtung
Aufnahmetechnische Parameter
Aufnahmeart: Durchleuchtungsgezielte Aufnahmen
Aufnahmespannung: ≥ 100  kV
Brennflecknennwert: ≤ 1,3 (0,6)
Objekt- Detektor-Abstand: möglichst gering
Belichtungsautomatik: mittleres Messfeld
Expositionszeit: 50 (100) ms
Streustrahlenraster: r 8
Bildempfängerdosis: ≤ 5  μGy, SC 400
Abbildung 2 und 3:
Abb. 2-3: Deutlich sichtbar das mit Kontrastmittel angefülltes Divertikel.
mit Kontrastmittel angefülltes Divertikel mit Kontrastmittel angefülltes Divertikel
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