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Dr. Wolf, Beckelmann und Partner
Konventionelles Röntgen Thorax
Pleuraerguss

Anamnese
Die 42 jährige Patientin mit bekanntem Mammakarzinom kommt wegen zunehmender Luftnot zum Röntgen der Lunge. Die beiden Aufnahmen zeigen Pleuraergüsse beidseits.
Definition
Abnorme Flüssigkeitsansammlung zwischen Pleura visceralis (Lungenfell) und der Pleura parietalis (Rippenfell).
Anatomie
Jeder Lungenflügel ist von einer dünnen durch Gefäße versorgten Hülle, dem Lungenfell (Pleura visceralis) umgeben. Durch einen engen Flüssigkeitsspalt getrennt grenzt sie an das Rippenfell (Pleura parietalis). Beide Pleurablätter zusammen nennt man Pleura oder Brustfell.
Die seröse Flüssigkeit (ca.5 ml) zwischen den beiden Pleurablättern bewirkt, dass die Lungenoberfläche den Atembewegungen des Brustkorbs folgt.
Abbildung 1:
Die beiden Pleurablätter
Die beiden Pleurablätter
Einteilung und Ursachen
Pleuraergüsse werden in eiweißarme Transsudate und eiweißreiche Exsudate unterteilt, weiterhin kann der Erguss blutig, eitrig oder milchigtrüb sein.
  Spez. Gewicht Eiweiß Zellen Glukose LDH
Exsudat > 1018 > 30 g/l Reichlich Leukozyten < Serumkonzentration > 200 U/l
Transsudat < 1018 < 30 g/l Relativ zellarm = Serumkonzentration < 200 U/l
Ursachen
→ Entzündlich- infektiös (z.b. Tbc)
→ Entzündlich- nichtinfektiös
→ Maligne (z.b. Mammakarzinom, Bronchialkarzinom)
→ Posttraumatisch (z.b. nach Rippenfraktur)
→ Bei Herzinsuffizienz
→ Durch Lymphflüssigkeit (Chylothorax)
Symptome
→ Bei kleineren Ergüssen oft keine Symptomatik
→ Atemnot bei Anstrengung, bei Zunahme des Ergusses auch in Ruhe
→ Hustenreiz bei größeren Ergüssen
Diagnostik
→ Körperliche Untersuchung
→ Sonographie (Methode der Wahl)
→ Röntgen Thorax in 2 Ebenen
→ CT
 
Bei Thoraxaufnahmen im Stehen sind geringe Mengen (15-150ml) werden im seitlichen noch im p.a.- Bild erkennbar. Bei der Ergussaufnahme in Seitenlage und horizontalem Strahlengang fließt der Erguss aus und zeigt sich als Pleurasaumverbreiterung. In der CT können schon geringe Flüssigkeitsmengen nachgewiesen werden. CT-Werte unter 10 HE sprechen für ein Transsudat, CT-Werte über 25 für ein Transsudat.
Therapie
→ Therapeutische Pleurapunktion
→ Pleuradrainage
→ Pleurodese (gezieltes Verkleben der Pleurablätter mit einem Medikament)
Untersuchungsprotokoll
1. Patientenvorbereitung
Schmuck abnehmen und Oberkörper freimachen. Gonadenschutz anlegen.
2. Lagerung Thorax pa
Im Stehen, Brust und Schultern dem Stativ anliegend, Handrücken in die Hüfte gestützt. Ellenbogen möglichst weit nach vorne nehmen, damit die Schulterblätter aus der Lunge heraus gedreht werden.
Wichtig: Schultern nicht hochziehen.
Oberer Detektorrand 2QF über der Schulter
Zentrierung: Zentralstrahl auf Detektormitte
3. Lagerung Thorax seitlich
Im Stehen, linke Seite am Stativ anliegend, Arme über den Kopf nach oben genommen
Oberer Detektorrand in Höhe 7.HWK
Zentrierung: Zentralstrahl auf Detektormitte
4. Anmerkung
Aufnahme in Inspiration, nur bei Fragestellung nach Pneumothorax in Exspiration.
Aufnahmetechnische Parameter Thorax pa
Aufnahmeart: Rasterwandgerät
Aufnahmespannung: 125 (110 - 150)  kV
Brennflecknennwert: ≤ 1,3
Fokus- Detektor-Abstand: 180 (150 - 200) cm
Belichtungsautomatik: seitliches Messfeld
Expositionszeit: < 20 ms
Streustrahlenraster: r 12 (8), ohne
Bildempfängerdosis: ≤ 5  μGy, SC 400
Aufnahmetechnische Parameter Thorax seitlich
Aufnahmeart: Rasterwandgerät
Aufnahmespannung: 125 (110 - 150)  kV
Brennflecknennwert: ≤ 1,3
Fokus-Detektor-Abstand: 180 (150 - 200) cm
Belichtungsautomatik: mittleres Messfeld
Expositionszeit: < 40 ms
Streustrahlenraster: r 12 (8)
Bildempfängerdosis: ≤ 5  μGy, SC 400
Abbildung 2 und 3:
Die Aufnahmen zeigen Pleuraergüsse beidseits, links ausgeprägter als rechts
Pleuraergüsse Pleuraergüsse
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