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Dr. Wolf, Beckelmann und Partner
Konventionelles Röntgen
Arthrose des distalen Radioulnargelenk

Anamnese
Der 56jährige Patient kommt wegen anhaltender Schmerzen bei Drehbewegungen im Handgelenk zum Röntgen.
Die Röntgenaufnahmen zeigen eine Arthrose des distalen Radioulnargelenks.
Anatomie
Das distale Radioulnargelenk weist als Gelenkflächen die Incisura ulnaris radii und die Circumferentia articularis ulnae auf. Vor dem Caput ulnae liegt eine Bandscheibe, die sich etwas unterhalb der Incisura ulnaris radii und am Proc. styloideus ulnae anheftet und so das distale Radioulnargelenk vom proximalen Handgelenk trennt.
Das distale und das proximale Radioulnargelenk bilden eine funktionelle Einheit mit den Bewegungsmöglichkeiten Supination und Pronation. In der Supinationsstellung liegen die Unterarmknochen parallel nebeneinander, die Hohlhand zeigt bei gleichzeitiger Beugung im Ellenbogengelenk nach aufwärts. In der Probnationsstellung sind Radius und Ulna gekreuzt, die Hohlhand ist bei gleichzeitiger Beugung im Ellbogengelenk nach abwärts gerichtet.
Abbildung 1:
Unterarmdrehbewegungen, die durch die beiden Radioulnargelenk ermöglicht werden
Unterarmdrehbewegungen
Abbildung 2:
Anatomie der Hand, der Pfeil zeigt auf das distale Radioulnargelenk
Anatomie der Hand
Ursachen / Symptome
Die wesentliche Ursache der Arthrose des distalen Radioulnargelenks ist die Inkongruenz (fehlende Übereinstimmung) der Gelenkflächen. Dies kann folgende Ursachen haben:
 
→ Angeboren
→ Formvarianten
→ Raumforderung
→ Posttraumatisch durch Unterarmfrakturen und distale Radiusfrakturen
 
Nach distalen Radiusfrakturen klagen Patienten häufig über Beschwerden auf der Ellenseite des Handgelenkes. Neben Schmerzen steht die Einschränkung der Unterarmdrehbewegungen im Vordergrund. Ursachen dafür sind häufig Verletzungen des Radioulnargelenks mit Instabilität und/oder Inkongruenz der Gelenkflächen.
Diagnose
→ Röntgenaufnahme der Hand in 2 Ebenen zeigt die Stellung des Ulnaköpfchens
→ CT für die präzise Auskunft über den knöchernen Zustand der artikulierenden Gelenkflächen
→ MRT um Auskunft über den Zustand des Knorpels zu erlangen.
Untersuchungsprotokoll
1. Patientenvorbereitung
Schmuck entfernen und Unterarm freimachen. Gonadenschutz anlegen.
2. Lagerung Hand dorso-volar
Patient sitzt seitlich am Tisch, Unteram liegt in Pronationsstellung und wird mit einem Sandsack fixiert. Handinnenfläche liegt mit leicht gespreizten Fingern flach auf dem Detektor, oben 2 Querfinger vom Detektor entfernt. Zentralstrahl senkrecht auf Mittelfingergrundgelenk und Detektormitte.
3. Lagerung Hand schräg
Patient sitzt seitlich zum Tisch, Unterarm liegt in Pronation auf und wird mit einem Sandsack fixiert. Hand wird leicht angehoben, Finger 1 und 2 auf einen kleinen Schaumstoffkeil legen, die gespreizten Finger liegen fächerförmig nebeneinander. 3. Finger oben zwei Querfinger vom Detektorrand entfernt. Zentralstrahl senkrecht auf Grundgelenk des Zeigefingers und Detektormitte.
Aufnahmetechnische Parameter
Aufnahmeart Aufnahmetisch
Aufnahmespannung 50 - 60 kV
Brennflecknennwert 0,6 (< 1,3)
Fokus- Detektor-Abstand 105 cm
Belichtungsautomatik ohne
Streustrahlenraster ohne
Bildempfängerdosis < 10 μGy, SC 200
Abbildung 3:
Der Pfeil zeigt auf die Pathologie
Der Pfeil zeigt auf die Pathologie
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