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Speicherfolienradiografie

Im Gegensatz zum Film-Folien-System der konventionellen Radiografie werden bei der Speicherfolienradiografie Speicherfolien eingesetzt, welche die Energie der Röntgenstrahlung zeitbegrenzt speichern.
Mit Hilfe einer → LaseranlageLaser
Akronym für: light amplification by stimulated emission of radiation (Lichtverstärkung durch Aussendung angeregter Strahlung). Ein Laser sendet einen intensiven Lichtstrahl aus, der aus kohärenten (in gleicher Phase befindlichen) Photonen gleicher Wellenlänge besteht.
wird die Speicherfolie gleichmäßig aufgeladen und anschließend in eine Kassette gelegt. Wird die Speicherfolie von Röntgenstrahlung getroffen, so wird sie an den entsprechenden Stellen entladen. Mit einem Helium-Neon-Laserstrahl werden die belichteten Folien ausgelesen. Die verbleibende Restladung wird durch starke Lichteinstrahlung gelöscht. Zur erneuten Verwendung werden die Speicherfolien wieder aufgeladen.
Vorteile der Speicherfolienradiografie
 
→ Bewährte Technik
 
→ Einfache Handhabung (Kassettentechnik)

 
Flachdetektor
Seit dem Jahr 2000 hat sich ein weiteres digitales Röntgenverfahren etabliert, der Flachdetektor (FD). Der Flachdetektor besteht aus einem Glasträger, auf den ein Leitungsgitter aufgebracht ist. An den Kreuzungspunkten dieser Leitungen sitzen Fotodioden aus → amorphemamorph
Von griech. amorphos = ungestaltet. Bezeichnung für Festkörper, deren molekulare Bausteine nicht in Kristallgittern, sondern regellos angeordnet sind.
Silizium. Ein FD mit dem Format 43 cm x 43 cm enthält 9 Millionen Fotodioden. Die Fotodioden sind gegenüber Röntgenstrahlen relativ unempfindlich, deshalb ist über den Fotodioden eine Szintillatorschicht angeordnet. Ähnlich wie die Verstärkerfolie beim herkömmlichen Film-Folien-System wandelt der → SzintillatorSzintillatoren
Leuchtstoffe, in denen bewegte, energiereiche Teilchen oder Photonen Szintillationen (kurze Lichtblitze) erzeugen. Diese werden vervielfacht und erzeugen in einem Szintillationszähler einen messbaren Sekundärstrom.
die einfallende Röntgenstrahlung in sichtbares Licht um (Abb. 4).
Aufbau eines Flachdetektors
Abb. 4: Aufbau eines Flachdetektors
1. Der die Strahlendosis reduzierende Cäsiumiodid Szintillator formt RöntgenPhotonen in Lichtstrahlen um.
2. Der hochfüllende Photoiodid-Array formt Lichtstrahlen in elektrische Ladung um. Jedes Photoiodid stellt einen Bildpunkt dar.
3. Die Ladung jedes Bildpunkts wird von rauscharmer Elektronik digital ausgelesen und an ein Bildverarbeitungssystem übertragen.
Die Szintillatorschicht besteht aus einer kristallinen Binnenstruktur und leitet das sichtbare Licht zu den Fotodioden. Dort wird das Licht in ein elektrisches Signal umgewandelt, das von den beiden Leitungen am Kreuzungspunkt zu einem externen Verstärker geleitet und anschließend digitalisiert wird. Aus den digitalen Signalen erzeugt der Computer ein Röntgenbild. Der FD gehört in die Gruppe der Direktradiografie. FD zeigen eine sehr gute Bildqualität. Selbst bei Dosisreduzierung kommt es nicht wie bei konventioneller Film- Folien-Kombination zu einer Unterbelichtung in Form von zu geringer Schwärzung, sondern zu einem erhöhten Quantenrauschen.
Vorteile der Speicherfolienradiografie
 
→ Hohe Bildqualität
 
→ Höhere Quanteneffizienz als das Speicherfoliensystem
 
Nachteile der Speicherfolienradiografie
 
→ Nicht für Bettaufnahmen geeignet
 
→ Hohe Anschaffungskosten
 

 
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